Verhalten bei einem Verkehrsunfall

Das musst du wissen, um bei einem Verkehrsunfall richtig zu reagieren!





Verhalten bei einem Verkehrsunfall

Nach einem Verkehrsunfall muss schnell reagiert werden. Daher ist es wichtig, dass du genau weißt, was zu tun ist. Merke dir unsere 10-Punkte-Checkliste und lerne mehr darüber, wie du eine Unfallstelle richtig absicherst, was bei einem Unfall mit Verletzten zu tun ist und wie du bei einem Wildunfall reagierst. Informiere dich auch, wie du dich gegenüber Einsatzfahrzeugen verhälst und was es zu beachten gilt, wenn du dein Auto abschleppen musst. 


Wie verhältst du dich nach einem Verkehrsunfall?

Es ist wichtig, dass du weißt, was nach einem Verkehrsunfall zu tun ist. Halte dich daher an die folgende 10-Punkte-Checkliste:

  1. Halte unverzüglich an

  2. Sichere die Unfallstelle ab

  3. Räume bei geringem Schaden die Fahrbahn

  4. Vergewissere dich über die Folgen des Unfalls

  5. Hilf Verletzten (Erste Hilfe und Notruf)

  6. Gib dich als Unfallbeteiligter zu erkennen

  7. Gib auf Verlangen deinen Namen und deine Anschrift an

  8. Zeige Führerschein und Fahrzeugpapiere vor

  9. Mache Angaben zu deiner Haftpflichtversicherung

  10. Bleibe am Unfallort, bis alle Feststellungen bzgl. Person, Auto und Unfallhergang gemacht wurden

Als Unfallbeteiligter zählt jeder, dessen Verhalten auf irgendeine Weise zum Unfall beigetragen hat. Das kann auch jemand sein, der selbst keinen Schaden genommen hat. Wenn z. B. ein Autofahrer wegen eines Radfahrers plötzlich ausweichen muss und dabei einen Unfall baut, ist auch der Radfahrer ein Unfallbeteiligter, auch wenn er selbst keinen Schaden davonträgt. Alle Unfallbeteiligten müssen sich an die oben genannte Checkliste halten.


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Verursachst du einen Unfall, bei dem weder der Geschädigte noch ein Zeuge anwesend ist, musst du zunächst eine angemessene Zeit am Unfallort warten. Welche Wartezeit als angemessen angesehen wird, ist jedoch nicht offiziell definiert. Bei einem leichten “Parkrempler” auf dem Supermarktparkplatz, wurden in der Vergangenheit Wartezeiten von bis zu einer Stunde als angemessen angesehen. Nachts in einem Wohngebiet, könnte eine angemessene Wartezeit aber auch kürzer ausfallen. Jedoch gibt es zu dieser Thematik keine einheitliche Rechtssprechung.

Hinterlasse, bevor du dich vom Unfallort entfernst, deinen Namen, deine Anschrift und deine Telefonnummer am geschädigten Fahrzeug und benachrichtige die Polizei telefonisch. Falls du die Polizei nicht direkt vom Unfallort aus kontaktieren kannst, fährst du zur nächsten Polizeidienststelle oder meldest dich, sobald du die Möglichkeit hast, per Telefon. Warte damit auf keinen Fall bis zum nächsten Tag. Als Unfallbeteiligter macht man sich der Unfallflucht – auch Fahrerflucht genannt – schuldig, wenn man:

  • weiterfährt, ohne sich um Verletzte oder Geschädigte zu kümmern
  • sich vor der Unfallaufnahme von der Unfallstelle entfernt
  • keine angemessene Zeit wartet
  • nachträgliche Feststellungen nicht unverzüglich ermöglicht

Je nach Ausmaß drohen Geld- oder Freiheitsstrafen. Wichtig ist auch, dass du Unfallspuren erst beseitigst, wenn alle notwendigen Feststellungen getroffen wurden. Um keine wichtigen Informationen zu vergessen, verwendest du am besten ein vorgefertigtes Unfallmerkblatt. Einen Unfall musst du schnellstmöglich – spätestens aber nach 7 Tagen – deiner Haftpflichtversicherung melden.


Wie muss man eine Unfallstelle absichern?

Nach einem Unfall oder einer Panne sollte vermieden werden, dass noch weiterer Schaden entsteht. Daher muss die Unfallstelle unbedingt abgesichert werden. Zu diesem Zweck musst du immer eine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtausstattung mitführen. Schalte dein Warnblinklicht ein und stelle das Warndreieck gut sichtbar und mit ausreichend Entfernung von der Unfallstelle auf. Beim Aufstellen trägst du es gut sichtbar vor dir. Achte darauf, das Warndreieck mit genügend Abstand vor Kurven und Kuppen aufzustellen. Grundsätzlich gilt: Je schneller auf einer Straße gefahren wird, desto weiter entfernt musst du das Warndreieck aufstellen. Daher gilt auf allen Straßen mit schnellem Verkehr (z. B. Autobahnen und Landstraßen) für das Warndreieck eine Entfernung von mindestens 100 Metern. Nur so haben andere Fahrer Zeit, ihre Geschwindigkeit anzupassen und nachfolgende Fahrer durch Warnblinklicht zu warnen.


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Wie handelst du bei einem Unfall mit Verletzten?

Grundsätzlich ist jeder dazu verpflichtet, bei einem Unfall, im Rahmen seiner Möglichkeiten, Hilfe zu leisten. Tust du das nicht, machst du dich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig. Auch bei einem Unfall mit Verletzten ist es wichtig, dass du zunächst die Unfallstelle absicherst. Danach vergewisserst du dich über die Unfallfolgen und leitest, wenn nötig, lebensrettende Sofortmaßnahmen ein. Verständige über Handy, per Notrufsäule bzw. an der nächsten Tank- oder Raststätte Polizei und Rettungsdienste. Halte dich bei einem Notruf an die 5 W-Regeln:

  • Wo ist es passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletzte?
  • Welche Art von Verletzungen?
  • Warten auf Rückfragen!

Gib bei einem Notruf immer auch deinen Namen an, und lege erst auf, wenn das Gespräch durch die Notrufzentrale beendet wurde. Bei einem Notfall erreichst du die Polizei über die Rufnummer 110 und den Rettungsdienst über die 112.


Wildunfall: Was tun?

Gerade in den Monaten April, Mai, September und Oktober kommt es auf deutschen Straßen verstärkt zu Wildunfällen. Die entstandenen Schäden reichen dabei von leichten Blechschäden bis hin zu schweren Unfällen mit Verletzten und Toten. Vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung finden viele Wildwechsel statt. Straßen, die durch oder entlang von Waldgebieten führen, sowie neu angelegte Straßen, sind dabei besonders gefährdet. Um vor solchen Stellen zu warnen, wird das Gefahrenzeichen “Wildwechsel” aufgestellt.


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Wenn sich Wild vor dir auf der Straße befindet, blendest du sofort ab, bremst und hupst. Rechne damit, dass weitere Tiere auftauchen und das Tiere umkehren könnten. Ausweichmanöver können sehr gefährlich werden. Der Aufprall auf einen Baum ist z. B. meist erheblich gefährlicher, als ein Zusammenstoß mit Wild. Wenn du den Zusammenprall nicht vermeiden kannst, hältst du dein Lenkrad gut fest und versuchst, die Fahrtrichtung beizubehalten.


Ist es tatsächlich zu einem Zusammenstoß gekommen, hältst du sofort an und schaltest das Warnblinklicht ein. Sichere die Unfallstelle wie gewohnt mit einem Warndreieck ab. Du musst den Wildunfall melden, indem du entweder die Polizei oder das nächste Forstamt verständigst. Falls das Tier wegläuft, merkst du dir die Fluchtrichtung und teilst sie den zuständigen Personen mit. Kennzeichne die Zusammenstoßstelle, damit der Jäger das Tier gleich findet und ihm schneller helfen kann. Du darfst niemals ein Tier mitnehmen. Das zählt als Wilderei und ist streng verboten.


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