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Risikofaktor Mensch

Wie kann der Mensch im Straßenverkehr zum Risiko werden? Und was kannst du tun, um Gefahren zu vermeiden?

Inhaltsverzeichnis

Die größte Gefahr beim Autofahren ist der Mensch selbst, denn Menschen machen Fehler. Um das Risiko möglichst gering zu halten, ist es notwendig, dass zunächst einige körperlichen Voraussetzungen erfüllt sind, damit du Autofahren darfst. Wie du in Lektion 1 bereits gelernt hast, ist ein wichtiger Aspekt deiner Wahrnehmung das Sehen. Deshalb kannst du deinen Führerschein nur machen, wenn du vorher einen Sehtest abschließt, durch den bescheinigt wird, dass deine Sehfähigkeit fürs Autofahren ausreicht. Doch auch deine anderen Sinne, wie das Hören und Fühlen, sind sehr wichtig, um sicher im Straßenverkehr unterwegs zu sein. Erfahre hier, welche körperlichen Fähigkeiten notwendig sind, um gut und sicher Auto zu fahren. Außerdem erklären wir, wie sich deine Reaktionsfähigkeit auf deine Sicherheit im Verkehr auswirkt.

Welche körperlichen Fähigkeiten sind Voraussetzung zum Autofahren?

Beim Autofahren ist es sehr wichtig, dass du Verkehrssituationen korrekt wahrnehmen und auch schnell sowie adäquat darauf reagieren kannst. Die Informationen, die du über deine Sinne wahrnehmen kannst, bilden schließlich die Grundlage für dein Handeln. Beim Autofahren nimmst du rund 90% der relevanten Sinneseindrücke mit den Augen wahr. Aber auch Hören und Fühlen helfen dir dabei, Straße und Verkehr richtig einzuschätzen.

Die Fahrerlaubnisverordnung (FeV) schreibt vor, dass jeder, der ein Kraftfahrzeug führt, auch fahrtüchtig sein muss. Wenn du also schlecht siehst oder hörst und trotzdem fährst, drohen dir ernsthafte Konsequenzen. Trotz Fahruntüchtigkeit zu fahren, gilt als Fehlverhalten und kann zu einem Fahrverbot, einem Fahrerlaubnisentzug, Punkten im Fahreignungsregister sowie zu hohen Geldstrafen führen.

Warum ist Hören und Fühlen beim Autofahren wichtig?

Durch dein Gehör kannst du viele für den Straßenverkehr wichtigen Informationen bereits wahrnehmen, bevor sie in deinem Sichtfeld auftauchen. Einen Krankenwagen hörst du z. B. häufig schon lange bevor du ihn siehst. Drehe daher das Radio nicht voll auf und benutze auch keine Kopfhörer. Wenn du die Verkehrsgeräusche nicht mehr hören kannst, verstößt du gegen die Straßenverkehrsordnung, außerdem belästigst du andere mit lauter Musik, selbst wenn du die Scheiben geschlossen hast. Darüber hinaus können Blinde in der Nähe von solchen Fahrzeugen leicht die Orientierung verlieren.

Auch dein Tast- und Gleichgewichtssinn ist beim Autofahren wichtig. Denn dadurch kannst du z. B. einen geplatzten Reifen bemerken, du spürst wenn dein Auto über unebenen Untergrund fährt, du bemerkst die Fliehkraft in Kurven und spürst die Beschleunigung. Dadurch nimmst du die Straße noch direkter wahr.

Wann stößt deine Sinneswahrnehmung an ihre Grenzen?

Die meisten Ereignisse nimmst du mit mehreren Sinnen gleichzeitig wahr. Wenn du mit hoher Geschwindigkeit fährst, merkst du das z. B. durch das schnelle Vorbeiziehen des Fahrbahnrandes, die lauten Fahrgeräusche und du fühlst auch, beispielsweise an der Vibration des Autos, dass du dich schnell bewegst. Solche Sinneswahrnehmungen sind zwar eine gute Grundlage, du solltest jedoch bedenken, dass man vor allem in modernen Autos Geschwindigkeiten leicht unterschätzen kann. Durch die stark gedämpften Fahrgeräusche, kaum vorhandene Vibrationen und minimale Lenkrad- und Bremspedalkräfte schätzt du Geschwindigkeiten und die damit einhergehende Gefahr, schnell falsch ein.

Reaktionsfähigkeit Welche Bedeutung sie für Autofahrer hat

Gute und schnelle Reaktionen sind beim Autofahren von enormer Wichtigkeit. Es kann jederzeit vorkommen, dass du vor einem plötzlich auftretenden Hindernis ausweichen oder eine Gefahrenbremsung machen musst. Nach Auftreten des Reizes dauert es normalerweise zwischen 150 und 1.000 Millisekunden bis zur Entscheidungsfindung. Bis man tatsächlich reagieren kann, werden folgende Prozesse durchlaufen:

  • der Reiz wird über die Rezeptoren aufgenommen (Sinneswahrnehmung)
  • Wahrnehmung wird zum Gehirn übertragen
  • Signalverarbeitung (Auslösung eines Befehls)
  • Befehl wird an die Muskeln weitergeleitet
  • Muskeln führen die Reaktion aus

Um diesen Prozess so schnell wie möglich zu durchlaufen, ist es wichtig, dass deine Reaktionsfähigkeit auf keine Weise beeinträchtigt wird. Achte also immer darauf, möglichst ausgeschlafen und konzentriert zu sein, wenn du Auto fährst. Andernfalls könnte deine Reaktionsgeschwindigkeit stark eingeschränkt sein. Ratsam ist es außerdem, weder hungrig zu sein, noch zu viel gegessen zu haben, da die Verdauung träge macht und die Aufmerksamkeit vermindert. Auch Alkohol und Drogen wirken sich selbstverständlich auf dein Reaktionsvermögen aus, weshalb du den Konsum vor dem Autofahren unbedingt unterlassen solltest.

Wichtig:

Bei älteren Menschen lässt die Reaktionsfähigkeit in den meisten Fällen immer mehr nach. Um die eigene und die Sicherheit anderer nicht einzuschränken, ist es ratsam, seine Reaktionsgeschwindigkeit regelmäßig testen zu lassen.