Motorräder und Fahrräder im Straßenverkehr

So nimmst du Rücksicht gegenüber Zweiradfahrern



Rücksicht gegenüber Zweiradfahrern

Eine Begegnung zwischen Auto und Zweiradfahrer bringt immer ein gewisses Risiko mit sich. Denn Zweiradfahrer haben eine schmale Silhouette und sind daher leicht zu übersehen. Auch durch die fehlende “Knautschzone” steigt das Verletzungsrisiko der Zweiradfahrer. Daher ist es wichtig, dass du dich ihnen gegenüber korrekt verhälst. Aber auch über den Umgang mit Lkw und Pkw, mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie mit Fußgängern solltest du Bescheid wissen!


Warum ist die Begegnung mit einem Motorrad besonders gefährlich?

Autofahrer haben häufig ein recht negatives Bild von Motorradfahrern. Sie sehen in ihnen nur die verantwortungslosen Raser und verhalten sich dementsprechend rücksichtslos. Dass ihr Verhalten für die Motorradfahrer zum Teil lebensgefährlich sein kann, bedenken viele Autofahrer nicht. Selbst wenn der Motorradfahrer im Unrecht ist, solltest du rücksichtsvoll und nachsichtig fahren, um Unfälle zu vermeiden.

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Denke gerade beim Abbiegen daran, dass Motorradfahrer durch Fahrzeuge, Bäume oder sogar Laternenpfähle verdeckt werden könnten und unterschätze die oft hohe Geschwindigkeit eines herannahenden Motorrads nicht. Sei auch in Rechtskurven besonders vorsichtig! Durch eine starke Schräglage kann der Oberkörper eines entgegenkommenden Motorradfahrers in deinen Fahrstreifen hineinragen. Vermeide in jedem Fall einen Zusammenprall!

Passives Fahren:

Wenn sich der Verkehr staut, schlängeln Motorradfahrer sich gerne von hinten nach vorne durch. Das ist zwar verboten, aber dennoch solltest du gelassen reagieren und die Motorradfahrer einfach vorbeifahren lassen. Dadurch können Unfälle vermieden werden.


Sehen und gesehen werden – Das Problem der Motorradfahrer

Ein Motorrad kann durch die kleinsten Gegenstände optisch verdeckt werden. Einen 10 Meter entfernten Motorradfahren könntest du z. B. problemlos hinter deinem Zeigefinger verstecken. Damit Motorräder besser sichtbar sind, müssen sie auch tagsüber mit eingeschaltetem Tagfahr- oder Abblendlicht fahren. Aber nicht nur das Gesehenwerden ist ein Problem der Motorradfahrer. Auch sie selbst haben nur ein eingeschränktes Sichtfeld. Denn durch ihre Helme ist die Sicht zu den Seiten sehr beschränkt, daher können sie nichts “aus den Augenwinkeln” wahrnehmen. Verkratzte Visiere und Brillen können die Sicht zusätzlich weiter einschränken.


Welche Straßenverhältnisse sind vor allem mit den Motorrad gefährlich?

Es gibt häufig Situationen, die mit dem Auto völlig ungefährlich sind, für einen Motorradfahrer aber zu einem echten Problem werden können. Denn sie sind den Witterungsbedingungen schutzlos ausgesetzt und spüren die Straßenverhältnisse viel direkter. Als Autofahrer solltest du dir solcher Situationen bewusst sein, um entsprechend Rücksicht nehmen zu können. Beispiele für solche Gegebenheiten sind:

  • Nasses Laub auf der Fahrbahn
  • Schlaglöcher
  • Ölspuren
  • Straßenbahnschienen
  • Fahrbahnmarkierungen

Gut zu wissen:

Auch wenn man es zunächst nicht vermuten würde: Motorräder benötigen beim Ausweichen und Abbiegen mehr Platz als Pkw. Grund dafür sind ihre Lenkbewegungen und ihre Schräglage. Gib Motorradfahrern also genug Raum, um sicher abbiegen zu können.


Welche Regeln gelten für Fahrräder im Straßenverkehr?

Auch Radfahrer sind im Straßenverkehr besonders gefährdet, schließlich haben sie bei einem Unfall ein besonders hohes Verletzungsrisiko. Deshalb ist es wichtig, dass Radfahrer und Autofahrer die Regelungen zum Radverkehr gut kennen.


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Wenn es einen gekennzeichneten Radweg gibt, müssen Radfahrer diesen benutzen. Existiert rechts ein unbeschilderter Radweg oder links ein Radweg, der durch ein Zusatzzeichen freigegeben ist, dürfen auch diese genutzt werden.

Wenn keine Radwege vorhanden sind, dürfen Radfahrer den rechten Seitenstreifen benutzen, wenn dadurch keine Fußgänger behindert werden. Kinder müssen bis zum vollendeten 8. Lebensjahr und dürfen bis zum vollendeten 10. Lebensjahr, auf dem Gehweg fahren. Zum Überqueren der Fahrbahn müssen sie absteigen.


Radfahrer dürfen nur nebeneinander fahren, wenn andere Verkehrsteilnehmer dadurch nicht behindert werden. Falls ausreichend Platz vorhanden ist, dürfen sie (z. B. an einer roten Ampel) wartende Fahrzeuge äußerst rechts überholen. Dabei müssen sie langsam und vorsichtig fahren.


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An Radwegen gibt es häufig gesonderte Ampeln für Fahrradfahrer. Diese können unterschiedlich aussehen. Es gibt einige, auf denen nur ein Fahrradsymbol angezeigt wird und andere, auf denen sowohl das Symbol für Fußgänger als auch das für Radfahrer abgebildet ist. Grenzt ein Fahrradweg an eine Fußgängerfurt, gilt eine Fußgängerampel auch für Radfahrer, sofern keine gesonderte Ampel vorhanden ist.

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Einbahnstraßen gelten generell auch für Radfahrer. Wenn die abgebildeten Zusatzschilder es erlauben, dürfen Radfahrer sie jedoch auch entgegen der Fahrtrichtung benutzen.


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Nur Kinder unter 7 Jahren dürfen auf dem Fahrrad mitgenommen werden und das auch nur, wenn es einen speziellen Sitz dafür gibt. Es müssen Vorrichtungen vorhanden sein, damit die Füße des Kindes nicht in die Speichen geraten können. In einem speziell dafür geeigneten Fahrradanhänger dürfen bis zu 2 Kinder (unter 7 Jahren) mitgenommen werden. Kinder mit einer Behinderung dürfen auch älter sein. Als Fahrer musst du, egal, ob du die Kinder in einem Sitz oder in einem Anhänger mitnehmen möchtest, mindestens 16 Jahre alt sein.

Wie musst du dich Radfahrern gegenüber verhalten?

Du darfst Radfahrer nur mit mindestens 1,5 Meter Seitenabstand überholen. Wenn du diesen Abstand nicht einhalten kannst, darfst du auch nicht überholen.


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Solche Schutzstreifen für Radfahrer dürfen nur bei Bedarf überfahren werden und nur, wenn du dadurch keine Radfahrer gefährdest. Auf solchen Schutzstreifen gilt ein absolutes Halteverbot, damit Radfahrer nicht dadurch gefährdet werden, dass sie parkende Autos umfahren müssen.

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Fahrradstraßen sind Radfahrern vorbehalten, daher dürfen sie hier auch nebeneinander fahren. Mit dem Auto darfst du diese Straßen nur dann benutzen, wenn es durch Zusatzzeichen erlaubt ist. Dabei darfst du die Radfahrer weder gefährden noch behindern und musst, wenn nötig, deine Geschwindigkeit anpassen.

Nicht alle Radfahrer bewegen sich sicher im Straßenverkehr und kennen alle Verkehrsregeln. Daher solltest du bei Radfahrern immer mit Fehlverhalten rechnen. In den folgenden Situationen solltest du besonders aufmerksam sein:

  • Ende eines Radwegs
  • Blockierter/ zugeparkter Radweg
  • Fahrstreifenwechsel/ Einordnen in Fahrstreifen
  • Abbiegen
  • Anfahren an der Ampel
  • Anfahren am Berg
  • Fußgängerampeln

Welche Regeln gelten für Segways, Inline-Skates und Rollschuhe?

Segways – offiziell Personal Transporter genannt – fahren maximal 20 km/h. Wenn du sie auf einer öffentlichen Straße nutzen möchtest, benötigst du mindestens eine Mofaprüfbescheinigung sowie eine Typ- oder Einzelgenehmigung und ein gültiges Versicherungskennzeichen für dein Fahrzeug. Mit einem Segway solltest du, wenn möglich, immer auf Radwegen oder Schutzstreifen fahren. Pass dort deine Geschwindigkeit an den Radverkehr an.

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Inline-Skater und Rollschuhfahrer zählen rechtlich gesehen zu den Fußgängern. Daher müssen sie auch die für Fußgänger vorgesehenen Wege benutzen. Nur bei einem entsprechenden Zusatzzeichen dürfen sie die Radwege mitbenutzen. Das Zusatzzeichen kann auch das Fahren auf der normalen Fahrbahn erlauben. In diesem Fall müssen die Inline-Skater und Rollschuhfahrer jedoch ganz rechts und in Fahrtrichtung fahren.


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