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Geschwindigkeit: Folgendes musst du für Führerschein & Fahrschule wissen!

Alles was du über die richtige Geschwindigkeit wissen musst!

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Inhaltsverzeichnis

Geschwindigkeit beschreibt das Verhältnis zwischen der zurückgelegten Strecke und der dafür benötigten Zeit. Sie wird beim Autofahren in Kilometern pro Stunde (km/h) angegeben. Wenn du also mit 100 km/h unterwegs bist, legst du 100 Kilometer in einer Stunde zurück. Da das schwer vorstellbar ist, lässt es sich mit folgender Faustformel in Meter pro Sekunde umrechnen:

Das Ergebnis entspricht dem zurückgelegten Weg in Metern pro Sekunde. Wenn du also 100 km/h fährst, legst du in einer Sekunde eine Strecke von ca. 30 Metern zurück.



Unfallstatistiken zeigen, dass eine unangepasste Geschwindigkeit der Hauptgrund für Verkehrsunfälle mit Personenschäden ist. Vor allem bei längeren Fahrten mit hoher Geschwindigkeit auf gut ausgebauten Straßen, wie z.B. Autobahnen, verlieren ungeübte, junge Fahrer häufig das Gefühl für die Geschwindigkeit, mit der sie fahren. Daher ist es wichtig, dass du deine Geschwindigkeit immer wieder, mit einem Blick auf den Tacho, bewusst kontrollierst. Aber nicht nur zu schnelles Fahren kann gefährlich sein. Wenn du zu langsam fährst, erhöht sich die Gefahr eines Auffahrunfalls, der Verkehrsfluss wird behindert und nachfolgende Fahrer könnten zu riskanten Überholmanövern verleitet werden.

Generell gilt: Du solltest nur so schnell fahren, dass du dein Fahrzeug zu jedem Zeitpunkt sicher beherrschst und auch auf Unvorhersehbares rechtzeitig reagieren kannst. Doch wie wählst du die richtige Geschwindigkeit?

Welche Geschwindigkeitsvorschriften gibt es?

Die Wahl der Geschwindigkeit hängt zunächst von den geltenden Geschwindigkeitsvorschriften ab. Wenn keine Verkehrszeichen andere Geschwindigkeiten vorschreiben, gelten die folgenden Regeln:

Schild: Ortsschild - gelbes Schild mit schwarzer Kontur und schwarzer Schrift "Wilster" darunter etwas kleiner "Kreis Steinburg"

 

Schild: gelbes Schild mit schwarzer Kontur und schwarzem Mittelbalken quer. Oben die Schrift "Schotten 6 km" daneben ein schwarzer Pfeil, unten die Schrift "Wilster" rot durchgestrichen

Die höchste zulässige Geschwindigkeit innerorts beträgt 50 km/h. Dass du dich in einer geschlossenen Ortschaft befindest, erkennst du an dem oberen Schild, das untere Schild markiert das Ende einer geschlossenen Ortschaft.

Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts
Wer innerorts zu schnell fährt und geblitzt wird, muss – je nach Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung – mit einem Bußgeld zwischen 15 € und 680 € rechnen. Außerdem können bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts bis zu 2 Punkte in Flensburg und teilweise mehrmonatige Fahrverbote verhängt werden.

 

Außerhalb geschlossener Ortschaften (nicht auf der Autobahn) gilt für alle Pkw sowie alle Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse bis 3,5 t eine gesetzlich erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Für Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse zwischen 3,5 t und 7,5 t sowie für Pkw mit Anhänger und für Lkw bzw. Wohnmobile mit einer zulässigen Gesamtmasse bis 3,5 t mit einem Anhänger gilt außerorts eine Geschwindigkeit von 80 km/h. Für schwerere Kraftfahrzeuge liegt die gesetzlich erlaubte Höchstgeschwindigkeit bei 60 km/h.

Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts
Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts, wird ein Bußgeld von mindestens 10 € fällig, wenn man geblitzt wurde. Bei besonders hoher Überschreitung der Geschwindigkeit kann sich das Bußgeld auf bis zu 600 € ausweiten, hinzu kommen dann auch ein Fahrverbot sowie Punkte in Flensburg.

 

Auf der Autobahn gilt in Deutschland für Pkw kein Tempolimit. Das bedeutet, du darfst generell so schnell fahren wie du möchtest. Trotzdem ist es nicht zu empfehlen, die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h zu überschreiten. Wer schneller fährt, kann nämlich allein aufgrund des Tempos bei einem Unfall eine Mitschuld zugesprochen bekommen. Für Pkw mit Anhängern gelten auf der Autobahn dieselben Geschwindigkeitsvorschriften wie außerhalb geschlossener Ortschaften.

Geschwindigkeitsüberschreitung Autobahn
Je nach Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn wird ein Bußgeld zwischen 10 € und 600 € fällig, wenn man geblitzt wird. Ab 21 km/h Überschreitung werden zusätzlich Punkte in Flensburg verhängt. Ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 41 km/h droht sogar ein Fahrverbot.

Gut zu wissen!

Entsteht auf der Autobahn ein Stau, muss sofort eine Rettungsgasse gebildet werden. Das gilt nicht erst sobald ein Verkehrsunfall passiert ist, sondern direkt bei der Bildung eines Staus.

Geschwindigkeitsvorschriften für Fahrzeugkombinationen

Für Fahrzeugkombinationen – also Kraftfahrzeuge mit Anhänger – gilt innerorts ebenfalls die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h. Außerorts und auf der Autobahn hingegen darf mit Anhänger nicht schneller als 80 km/h gefahren werden. Es gibt allerdings eine Ausnahme, mit der du auch mit deinem Anhänger 100 km/h schnell fahren darfst. Dein Anhänger benötigt dafür eine Plakette, für die er bestimmte Voraussetzungen der Tempo-100-Regelungen erfüllen muss. Ist dieser gut sichtbar auf deinem Hänger angebracht, darfst du außerorts und auf der Autobahn mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h unterwegs sein.

Häufig wird die Geschwindigkeit jedoch durch zusätzliche Verkehrszeichen geregelt. Die Verkehrsschilder, die die Geschwindigkeit bestimmen, findest du hier erklärt:

Schild: Geschwindigkeitsbegrenzung "Tempo 30" - rundes Schild mit roter Kontur darauf in schwarz die Zahl "30" auf weißem Grund

Diese Verkehrszeichen geben die erlaubte Höchstgeschwindigkeit an. Du darfst also nicht schneller fahren, selbst wenn du überholen möchtest oder der Fahrer hinter dir drängelt.

Auf Autobahnen wird die Geschwindigkeit häufig über sogenannte Wechselverkehrszeichen geregelt, das sind Leuchtanzeigen, auf denen das angezeigte Tempolimit variiert werden kann. Diese haben meist eine weiße Schrift auf schwarzem Grund. Sie haben jedoch dieselbe Bedeutung wie die abgebildeten Zeichen.

Schild: Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben - weißes Schild mit schwarzer Kontur und vier diagonal laufenden Linien von rechts oben nach links unten

Dieses Zeichen markiert das Ende aller vorgegebenen Streckenverbote. Es werden sowohl Geschwindigkeitsbegrenzungen als auch Überholverbote aufgehoben.

Schild: Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben - weißes Schild mit schwarzer Kontur, darin in grau die Zahl "60", durchgestrichen von vier diagonal laufenden Linien von oben rechts nach unten links

Dieses Zeichen hebt lediglich die Geschwindigkeitsbeschränkung auf. Ab diesem Punkt gelten wieder die allgemeinen Geschwindigkeitsvorschriften.

 

 


 

Schild: Zone 30 - weißes Schild mit schwarzer Kontur, darin das "Tempo 30"-Schild, darunter das Wort "ZONE"

 

 

 

 

Dieses Schild markiert den Beginn einer Geschwindigkeitszone. Innerhalb dieser Zone darfst du nicht schneller als mit der angegebenen Geschwindigkeit fahren. Das Ende der Zone wird durch ein ebensolches Schild markiert, welches jedoch grau und durchgestrichen ist.


 

Schild: Mindestgeschwindigkeit - blaues Schild mit weißer Kontur, darauf in weiß die Zahl "60"

Mindestgeschwindigkeit


Schild: Mindestgeschwindigkeit aufgehoben - blaues Schild mit weißer Kontur, darauf in weiß die Zahl "60" rot durchgestrichen

Mindestgeschwindigkeit aufgehoben

Das linke Zeichen gibt eine Mindestgeschwindigkeit an. Solange die Straßen-, Verkehrs-, Sicht-, und Wetterverhältnisse es zulassen, darfst du also nicht langsamer als mit der angegebenen Geschwindigkeit fahren. Das rechte Zeichen hebt die Mindestgeschwindigkeit wieder auf, d.h. du darfst die angegebene Geschwindigkeit wieder unterschreiten.


 

Schild: Verkehrsberuhigter Bereich - blaues Schild mit weißer Kontur, weiße Figuren spielen Fußball im Vordergrund, im Hintergrund ein Haus und ein Pkw.Schild: Verkehrsberuhigter Bereich Ende - "Verkehrsberuhigter Bereich"-Schild rot durchgestrichenDiese Schilder kennzeichnen Beginn und Ende eines verkehrsberuhigten Bereichs, häufig auch Spielstraße genannt. In diesem Bereich darfst du nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren. Als Schrittgeschwindigkeit bezeichnet man die Geschwindigkeit eines “normal” gehenden Menschen, also etwa 4 – 7 km/h.

 

Geschwindigkeit & Witterungsverhältnisse

Auch das Wetter solltest du bei der Wahl deiner Geschwindigkeit berücksichtigen. Wenn du aufgrund von Regen, Schnee oder Nebel weniger als 50 Meter weit gucken kannst, darfst du maximal 50 km/h fahren. Diese Geschwindigkeitsbeschränkung ist unabhängig davon, ob du innerorts, außerorts oder auf der Autobahn fährst.

In der Nähe von Gewässern musst du immer mit plötzlich auftretendem Nebel rechnen. Wenn Nebel auftritt, schalte das Abblendlicht ein, benutzte ab und an deine Scheibenwischer und fahre am rechten Fahrbahnrand, um nicht versehentlich in den Gegenverkehr zu geraten. Fahre unbedingt langsam und vergrößere den Sicherheitsabstand.


Nasse Fahrbahn

Regen ist vor allem nach längerer Trockenzeit gefährlich, denn dann bildet sich häufig eine gefährliche Schmierschicht auf der Fahrbahn. Auch die Sicht wird unter Umständen plötzlich stark eingeschränkt. Passe deine Geschwindigkeit an und vergrößere deinen Abstand zum Vordermann.

Wenn viel Wasser auf der Straße ist, besteht die Gefahr von Aquaplaning, Dabei verliert das Auto die Bodenhaftung und kann deshalb nicht mehr gelenkt oder gebremst werden. Neben abgefahrenen Reifen und Fahrbahnsenkungen bzw. Spurrillen begünstigen vor allem hohe Geschwindigkeiten Aqua Planing. Deshalb gilt: Wenn Wasser auf der Straße steht, runter vom Gas!

Glatte Fahrbahn

Bei Temperaturen um den Nullpunkt besteht die Gefahr von Glätte. Gerade auf Brücken und auf Strecken mit Baumbeständen an den Fahrbahnrändern halten sich Schnee und Glatteis oft lange. Aber auch im Herbst besteht Rutschgefahr, Grund dafür ist feuchtes Laub, das auf der Fahrbahn liegt. Wenn du nicht sicher bist, ob die Straßen glatt sind, solltest du bei langsamer Fahrt vorsichtig bremsen, um zu sehen, ob du rutschst. Denke daran: Auch andere Verkehrsteilnehmer könnten bei Glätte Probleme haben, rechtzeitig zum Stehen zu kommen. Fahre also besonders vorsichtig und nimm Rücksicht auf andere.


Seitenwind

Bei Seitenwind kann es, vor allem bei schneller Fahrt, passieren, dass dein Auto selbst bei trockener und gerader Straße seitlich ausbricht. Fahre bei starkem Seitenwind langsamer und sei besonders aufmerksam, um notfalls direkt gegenlenken zu können.

Geschwindigkeit und Selbstkontrolle

Vor allem junge Menschen fahren häufig mit überhöhtem Tempo und gelangen dabei in einen regelrechten Rausch der Geschwindigkeiten. Psychologen sind der Meinung, dass besonders Männer dazu neigen, sich intensiven Reizen auszusetzen und Risiken einzugehen. Demnach beeinflussen in erster Linie Geschlecht und Alter die Risikobereitschaft beim Autofahren. Das Fahren mit sehr hoher Geschwindigkeit setzt im Körper Hormone frei, die eine besondere Aufregung auslösen. Adrenalin und Endorphine sollen in der Natur für Vorsicht und Schutz sorgen; der besondere Kick, den man dabei empfindet, führt heutzutage aber eher zu einer erhöhten Risikobereitschaft. Wenn man dann mit 200 km/h z. B. auf ein Stauende auffährt, kann es jedoch schnell lebensgefährlich werden.

Du solltest daher unbedingt lernen, dein eigenes Geschwindigkeitsverhalten realistisch einzuschätzen und dir der Gefahren bewusst zu sein, die ein Geschwindigkeitsrausch mit sich bringt. 

Auch der sogenannte Gewöhnungseffekt kann eine besondere Gefahr für Autofahrer darstellen. Wenn du häufig mit sehr hohem Tempo unterwegs bist, verlierst du mit der Zeit das Gefühl für die Geschwindigkeiten. Dadurch wirst du risikobereiter und leichtsinniger und kannst mögliche Gefahren eventuell nicht mehr realistisch einschätzen. Versuche daher immer, dir dein eigenes Geschwindigkeitsverhalten bewusst zu machen und kontrolliere dein gefahrenes Tempo regelmäßig auf dem Tacho, um es an die jeweilige Situation anzupassen.

Wildwechsel

Viele kritische Situationen, die im Alltag eines Autofahrers vorkommen können, werden umso gefährlicher, je schneller du fährst. Beim Wildwechsel z. B. hängt es in erster Linie von deinem gefahrenen Tempo ab, ob es zu einem gefährlichen Aufprall kommt oder du noch rechtzeitig zum Stehen kommen kannst. Bei Straßenstellen an denen Schilder vor Wildwechsel warnen, solltest du also unbedingt dein Tempo verringern und besonders aufmerksam sein. Vor allem im Frühjahr und Herbst kommt es während der Dämmerung vermehrt zu Wildwechseln. Bist du um diese Zeit am Wald- oder Feldrand unterwegs, solltest du auch ohne entsprechende Beschilderung mit Wildwechseln rechnen. Läuft z. B. ein Reh auf die Staße solltest du die folgenden Tipps unbedingt beachten:

  • bremse sofort ab
  • blende das Fernlicht ab, da das Reh sonst geblendet wird und stehen bleibt
  • hupe, um das Tier von der Fahrbahn zu verscheuchen

Versuche beim Bremsen unbedingt die Spur zu halten und nicht auszuweichen, da du dadurch schnell von der Straße abkommen oder in den Gegenverkehr gelangen kannst. Hat das Reh die Straße verlassen, musst du damit rechnen, dass weitere Tiere ihm folgen können, da die meisten Wildtiere nicht allein unterwegs sind. Fahre also zunächst langsam und bremsbereit weiter.

Folgende Beispiele verdeutlichen, welchen Einfluss die Geschwindigkeit auf deine Sicherheit haben kann, wenn es zu einem Wildunfall kommt:

  • bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h entwickelt ein 20 kg schweres Reh ein Aufprallgewicht von ½ t
  • ein Wildschwein mit einem Gewicht von 80 kg kommt bei 50 km/h sogar auf ein Aufprallgewicht von 2 t
  • ein ausgewachsener Rothirsch mit einem Körpergewicht von 200 kg erreicht bei 60 km/h gefahrener Geschwindigkeit ein Aufprallgewicht von 5 t. Das entspricht in etwa einem ausgewachsenen Elefanten

Häufig gestellte Fragen zum Thema Geschwindigkeit

Wie beeinflussen die Straßenverhältnisse die Geschwindigkeit?

Die richtige Wahl der Geschwindigkeit hängt wesentlich von den Straßenverhältnissen hab. Auf einer breiten, ebenen, gut überschaubaren Straße ohne viel Randbebauung oder Kurven, kann eine höhere Geschwindigkeit gewählt werden als auf einer kurvenreichen, schmalen und holprigen Straße. Auf Straßen mit wechselnder Oberfläche, verschmutzter oder nasser Fahrbahn, sowie in Bereichen, wo Schienen verlegt sind, besteht erhöhte Schleuder- und Rutschgefahr. Hier solltest du besonders vorsichtig fahren! Auch in Kurven kann zu schnelles Fahren zum Schleudern führen, daher gilt: Vor der Kurve runter vom Gas und erst nach dem Scheitelpunkt der Kurve wieder beschleunigen.

Bei welchen Verkehrsverhältnissen muss die Geschwindigkeit reduziert werden?

Auch die Verkehrsverhältnisse beeinflussen die Wahl der Geschwindigkeit wesentlich. Nicht immer kannst du so schnell fahren wie es erlaubt wäre. Faktoren, wie ein hohes Verkehrsaufkommen, AmpelnRadfahrer am Fahrbahnrand, langsam fahrende Fahrzeuge, die nicht überholt werden können, sorgen dafür, dass du deine Geschwindigkeit anpassen musst.

Inwiefern muss die Geschwindigkeit an die Sichtverhältnisse angepasst werden?

Die Geschwindigkeit des Fahrzeugs muss an die aktuellen Sichtverhältnisse angepasst werden. Grundsätzlich gilt dabei: Du musst innerhalb deiner Sichtweite – bei Dunkelheit innerhalb der Reichweite des Abblendlichts – anhalten können. Auf Straßen, die zu schmal sind, um ohne Weiteres am Gegenverkehr vorbeifahren zu können, musst du sogar innerhalb der halben Sichtweite anhalten können. An Kurven oder Bergkuppen, hinter denen du den weiteren Straßenverlauf nicht einsehen kannst, solltest du immer besonders vorsichtig heranfahren und damit rechnen, dass dahinter ein Hindernis sein könnte, vor dem du zum Stehen kommen musst. Auch auf Alleen oder in Waldgebieten musst du deine Geschwindigkeit anpassen, denn aufgrund der wechselnden Lichtverhältnisse lassen sich Entfernungen häufig nur schwer einschätzen und andere Verkehrsteilnehmer sind erst spät zu erkennen.

Wie beeinflussen deine persönlichen Fähigkeiten die Wahl der Geschwindigkeit?

Auch deine persönlichen Fähigkeiten spielen bei der richtigen Wahl deiner Geschwindigkeit eine Rolle. Als Fahranfänger wirst du in vielen Situationen eine niedrigere Geschwindigkeit wählen, als es ein erfahrener, älterer Fahrer tun würde. Das ist auch gut so, denn erst wenn du Situationen öfter durchlebt hast, kannst du die eventuellen Folgen richtig abschätzen.

Auch deine körperliche und seelische Verfassung, also deine persönlichen Voraussetzungen, beeinflussen die Wahl der Geschwindigkeit. Wenn du dich krank fühlst oder emotional aufgewühlt bist, dich also schlechter auf den Verkehr konzentrieren kannst, solltest du eine geringere Geschwindigkeit wählen, als wenn du topfit und sehr konzentriert bist. Wichtig: Lass dich nie von negativen Gefühlen wie Wut dazu verleiten, zu schnell zu fahren. Damit gefährdest du dich und andere!

Warum musst du die Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung berücksichtigen?

Bei der Wahl deiner Fahrgeschwindigkeit solltest du auch die Eigenschaften deines Fahrzeuges sowie die Ladung berücksichtigen, schließlich sind die Fahreigenschaften eines Pkws je nach Größe, Gewicht und vorhandenen PS unterschiedlich. Auch, ob du das Auto bereits kennst oder zum ersten Mal mit dem Auto fährst, beeinflusst die Geschwindigkeitswahl.

Welches Bußgeld droht bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung?

Vermutlich passiert es jedem Autofahrer im Laufe seines Lebens einmal, dass er schneller fährt als erlaubt. Wer dabei geblitzt wird, muss mit entsprechenden Konsequenzen rechnen.

Hier eine Übersicht aus dem Bußgeldkatalog:

 

Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts

VerstoßStrafePunkte
bis 10 km/h10 €-
11 - 15 km/h20 €-
16 - 20 km/h30 €-
21 - 25 km/h70 €1
26 - 30 km/h80 €1
31 - 40 km/h120 €1
41 - 50 km/h160 €2
51 - 60 km/h240 €2
61 - 70 km/h440 €2
61 - 70 km/h600 €2

Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts

VerstoßStrafePunkte
bis 10 km/h15 €
11 - 15 km/h25 €
16 - 20 km/h35 €
21 - 25 km/h80 €1
26 - 30 km/h100 €1
31 - 40 km/h160 €1
41 - 50 km/h200 €2
51 - 60 km/h280 €2
61 - 70 km/h480 €2
über 70 km/h680 €2

Geblitzt in der Probezeit Was passiert jetzt?

Alle Fahranfänger befinden sich nach der bestandenen Führerscheinprüfung für 2 Jahre in der Probezeit. In dieser Zeit stehen sie unter besonderer Beobachtung. Doch was passiert, wenn du in der Probezeit geblitzt wirst?

Die Probezeitmaßnahmen beginnen erst bei Verstößen, für die der Fahrer einen Punkt in Flensburg bekommt. Das heißt, wenn du mit weniger als 21 km/h zu schnell erwischt wirst, musst du “nur” die normale Strafe aus dem Bußgeldkatalog zahlen. Wer 21 km/h oder mehr zu viel auf dem Tacho hat, muss mit weiteren Folgen rechnen. Denn das Übertreten der Höchstgeschwindigkeit gilt als A-Verstoß, ist also ein schwerwiegendes Vergehen.

Beim ersten A-Verstoß wird deine Probezeit auf 4 Jahre verlängert, und du musst ein Aufbauseminar besuchen. Die Kosten hierfür musst du selber tragen. Fahranfänger mit einem zweiten A-Verstoß erhalten eine schriftliche Verwarnung. Darüber hinaus wird eine Empfehlung zur Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung ausgesprochen. Die Beratung ist jedoch nicht verpflichtend. Erfolgt während der Probezeit ein dritter A-Verstoß wird die Fahrerlaubnis entzogen und eine Sperrfrist von mindestens sechs Monaten verhängt.