Alkohol und Drogen am Steuer

Alles was du zum Thema Alkohol und Drogen im Straßenverkehr wissen musst


Inhalt Lektion 1 – Alkohol und Drogen



Alkohol und Drogen am Steuer

Drogen, Medikamente und Alkohol am Steuer führen zu einer erheblichen Gefährdung des Straßenverkehrs, da sie Aufmerksamkeit und Konzentration des Fahrers wesentlich einschränken. Aber nicht nur durch solchen Konsum wird deine Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt, auch körperliche Faktoren, wie die Qualität deines Sehvermögens oder Krankheiten spielen eine wichtige Rolle. Darüber hinaus kann deine Sicherheit durch verschiedene Ablenkungen gefährdet werden. Erfahre mehr darüber, warum auch deine eigenen Emotionen ein großes Ablenkungspotenzial bergen.


Warum ist Alkohol am Steuer gefährlich?


Schon geringe Alkoholkonzentrationen (ab ca. 0,3 ‰) im Blut (BAK), haben Auswirkungen auf dein zentrales Nervensystem und beeinflussen daher die Fahrtüchtigkeit. Da immer wieder Menschen trotz Alkoholkonsum Auto fahren, kommt es infolge dessen wiederholt zu Verkehrsunfällen, die teilweise einen erheblichen Sach- und/oder Personenschaden verursachen. Alkohol am Steuer kann nämlich zu folgenden Beeinträchtigungen deiner Fahrtüchtigkeit führen:


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  • Du hast eine verlängerte Reaktionszeit.
  • Dein Richtungshören verschlechtert sich.
  • Du hast verminderte Hemmungen und deine Selbstkritik lässt nach.
  • Du wirst risikobereiter.
  • Deine Raum- und Tiefenwahrnehmung lässt nach.
  • Du kannst Entfernungen schwerer abschätzen.
  • Die Hell-Dunkel-Anpassung deiner Augen verlangsamt sich, daher siehst du bei veränderten Lichtverhältnissen erst einmal schlechter.
  • Du bekommst einen Tunnelblick.
  • Dir fällt es schwerer, deine Bewegungen richtig zu koordinieren.
  • Deine Aufmerksamkeit lässt nach.
  • Du kannst Gefahrensituationen nicht mehr korrekt einschätzen.
  • Du fährst aggressiver.

Wie läuft der Alkoholstoffwechsel ab?

Um zu vermeiden, dass du trotz Alkohol am Steuer sitzt, reicht es nicht, wenn du z. B. abends nach einer Party mit dem Taxi, statt mit dem eigenen Auto, nach Hause fährst. Du musst auch wissen wie und vor allem wie schnell Alkohol im Körper abgebaut wird. Ansonsten läufst du Gefahr, am nächsten Morgen doch mit Alkohol am Steuer zu sitzen.

Der Alkoholstoffwechsel im menschlichen Körper verläuft in 3 Phasen:

Die Resorptionsphase

In dieser Phase wird der Alkohol über den Magen und den Dünndarm in den Blutkreislauf aufgenommen. Die Geschwindigkeit, mit der der Alkohol aufgenommen wird und die Intensität des Rauschs, ist abhängig von der Konzentration und der Temperatur des Alkohols sowie vom Füllstand deines Magens. Durch Trinken auf nüchternen Magen, besonders schnelles Trinken (Sturztrunk) und durch bestimmte Medikamente wie z. B. Schlaf-, Schmerz- und Beruhigungsmittel kann die berauschende Wirkung des Alkohols verstärkt werden. Die Konzentration des Alkohols im Blut wird dadurch jedoch nicht beeinflusst.

Die Diffusionsphase

In dieser Phase wird der Alkohol durch das Blut im gesamten Körper verteilt und erreicht sämtliche Organe.

Die Eliminationsphase

In der letzten Phase wird der Alkohol wieder abgebaut. Das geschieht zu ca. 90% durch die Leber. Der Abbau des Alkohols geschieht deutlich langsamer, als du vermutlich denkst. Bei einem gesunden Körper werden pro Stunde durchschnittlich etwa 0,1 Promille abgebaut. Dieser Vorgang kann nicht beschleunigt werden. Auch wenn du dich nach einem Kaffee, einem Spaziergang, Sport oder Schlaf wieder nüchterner fühlst, haben diese Dinge auf die Konzentration des Blutalkohols keinen Einfluss.



Beispiel:

Wenn du 1,5 ‰ BAK hast, braucht dein Körper ca. 15 Stunden um den Alkohol abzubauen. Verlässt du also um 01:00 Uhr mit 1,5 ‰ BAK eine Party, bist du erst gegen 16.00 Uhr wieder vollständig nüchtern.


Alkohol am Steuer: Welche Strafen erwarten dich?

Bei Alkohol am Steuer unterscheidet der Gesetzgeber zwischen verschiedenen Grenzwerten, die bei einer Überschreitung auch unterschiedlich hohe Strafen nach sich ziehen.


0,0 ‰ BAK

Für Fahrer, die sich noch in der Probezeit befinden und für alle, die unter 21 Jahre alt sind, gilt in Deutschland ein absolutes Alkoholverbot. Ein Verstoß gegen dieses Verbot wird mit einer Geldbuße, der Anordnung eines Fahreignungsseminars, einer Probezeitverlängerung und Punkten im Fahreignungsregister geahndet.


0,3 ‰ BAK

Wenn ein Fahrer mit 0,3 ‰ BAK oder mehr Ausfallerscheinungen zeigt, spricht das Gesetz von einer relativen Fahruntüchtigkeit. In Abhängigkeit davon, welche Folgen die Fahruntüchtigkeit nach sich zieht, kann der Fahrer wegen Trunkenheit im Verkehr oder wegen Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilt werden. Ausfallerscheinungen können neben Unfällen beispielsweise auch das Fahren von Schlangenlinien oder besonders langsames und vorsichtiges Fahren, ohne erkennbaren Grund, sein.


0,5 ‰ BAK

Ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 ‰ ist das Fahren eines Fahrzeugs immer eine Ordnungswidrigkeit, auch dann, wenn der Fahrer de facto noch fahrtüchtig ist. Das Gesetz schreibt in diesem Fall eine Geldbuße, ein Fahrverbot und Punkte im Fahreignungsregister vor.


1,1 ‰ BAK

Fahrer, die mit 1,1 ‰ BAK oder mehr unterwegs sind, gelten in jedem Fall als absolut fahruntüchtig. Sie machen sich wegen Trunkenheit im Verkehr, oder – falls es zu einem Unfall oder Beinaheunfall kommt – wegen Gefährdung des Straßenverkehrs strafbar. Ein solches Vergehen wird mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren, sowie einem Entzug der Fahrerlaubnis und Punkten im Fahreignungsregister geahndet.


Alkohol am Steuer ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine ernstzunehmende Gefahr. Beherzige daher folgende Regeln:


  • Fahre nicht mit dem Auto zu einer Party, wenn klar ist, dass du dort Alkohol trinken möchtest.
  • Klärt vorher ab, wer fährt und daher keinen Alkohol trinkt.
  • Fordere niemals einen Fahrer zum Mittrinken auf.
  • Steige nie zu jemandem ins Auto, der alkoholisiert ist.
  • Nutze, wenn du Alkohol getrunken hast, öffentliche Verkehrsmittel, ruf dir ein Taxi oder lass dich abholen.
  • Halte angetrunkene Personen davon ab, trotzdem zu fahren.



Übersichtstabelle: Strafen bei Alkohol am Steuer


VerstoßPunkteBußgeldFahrverbot
Fahren mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 - 1,9 ‰2500 €1 Monat
  • bei Eintrag eines vorherigen Alkoholverstoßes
21.000 €3 Monate
  • bei Eintrag zweier vorheriger Alkoholverstöße
21.500 €3 Monate

Fahren mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 ‰ und mehr

(wird als Straftat geahndet)
3Freiheits- oder Geldstrafevariiert
0-Promille-Regel als Fahranfänger nicht eingehalten1250 €



Die Gefahr von Drogen am Steuer


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In Deutschland ereignen sich jährlich ca. 1500 Verkehrsunfälle, bei denen ein Fahrer unter Einfluss von Drogen stand. Da die Wirkung von Drogen sehr unterschiedlich ausfallen kann und häufig stark von der individuellen Personen und deren Verfassung abhängt und auch der Abbau zeitlich schwer abschätzbar ist, ist es schwierig, Grenzwerte für eine relative bzw. absolute Fahruntauglichkeit zu definieren. Daher gilt in Deutschland in Bezug auf illegale Drogen eine Null-Promille-Grenze.



Welche Konsequenzen drohen bei Drogen am Steuer?

Wem Drogen im Blut nachgewiesen werden können, dem drohen Geldbußen, Punkte im Fahreignungsregister und ein Fahrverbot. Wer als Führerscheinbewerber in den Verdacht gerät, Drogenkonsument (gewesen) zu sein, kann durch die Führerscheinstelle dazu aufgefordert werden, bei einer medizinisch-psychologischen Untersuchung Drogenfreiheit nachzuweisen. Das kann zum Teil nicht nur sehr schwierig, sondern auch sehr teuer werden. Selbst wer bereits einen Führerschein hat, sollte besser nicht durch Drogenkonsum auffallen. In den meisten Fällen wird der Führerschein dann entzogen und die betreffende Person wird erst dann wieder als “geeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen” eingestuft, wenn sie nachweisbar ein Jahr lang drogenfrei ist und auch kein Rückfall zu erwarten ist.

Cannabis

Als Cannabis werden verschiedene Produkte aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa) bezeichnet. Getrocknete Pflanzen und Blätter werden auch Marihuana oder Cannabiskraut genannt, während man das aus den weiblichen Blüten gewonnene, gepresste Harz als Haschisch oder Cannabisharz bezeichnet. Darüber hinaus gibt es auch noch Cannabiskonzentrat, dieses wird auch Haschischöl genannt.



Wirkstoff

Tetrahydrocannabinol (THC)

Konsum

Cannabis wird meist pur oder mit Tabak vermischt in Joints oder einer Bong geraucht. Es kann aber auch in Esswaren eingebacken werden.

Nachweis

Im Blut lässt sich das Abbauprodukt THC-Carbonsäure über mehrere Stunden, im Urin bis zu 6 Wochen und im Haar (bei regelmäßigem Konsum) über mehrere Monate nachweisen.


Die Wirkung des THC beginnt bereits wenige Minuten nach dem Konsum. Meist wird nach etwa 15 bis 20 Minuten das subjektive Wirkungsmaximum erreicht. Bei einem typischen Rauschverlauf kommt es zu Veränderungen von Sinneswahrnehmungen sowie des Raum- und Zeitgefühls. Teilweise treten auch Konzentrationsmängel und Apathie auf. Verläuft der Rauschverlauf atypisch können jedoch auch Symptome wie innere Unruhe, Panik, Verwirrtheit oder ein gesteigerter Antrieb auftreten. Durch einen Cannabisrausch ergeben sich daher folgende Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit:


  • Die Bewegungskoordination wird gestört.
  • Das Zeitgefühl wird gestört.
  • Reaktions- und Entscheidungszeit verlängern sich.
  • Eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit.
  • Die dynamische Sehschärfe (bewegte Objekte) verschlechtert sich.
  • Das räumliche Sehen verschlechtert sich.
  • Schwache Hörreize können nicht mehr zuverlässig aus weniger relevanten Hintergrundgeräuschen herausgefiltert werden.

Ecstasy

Ecstasy ist eine Bezeichnung für eine Vielzahl stimulierender synthetischer Drogen. Diese werden in illegalen chemischen Laboratorien hergestellt. Meistens haben sie Kapsel- oder Tablettenform.



Wirkstoff

Meistens Methylendioxy-N-methylamphetamin (MDMA)

Konsum

Wird meist in Form bunter Pillen konsumiert. Diese können z. B. durch eingeprägte Symbole oder Abbildungen von populären Comicfiguren verziert sein.

Nachweis

Im Blut kann der Wirkstoff für mehrere Stunden, im Urin 1 bis 3 Tage und im Haar mehrere Monate nachgewiesen werden.

Die Wirkung von Ecstasy lässt sich nicht genau vorhersagen, da sie von verschiedenen Faktoren abhängt. Zum einen variieren die Zusammensetzung und die Dosierung der Wirksubstanzen in den Pillen zum Teil stark, zum anderen hängt die Wirkung auch von der Umgebungsatmosphäre und der individuellen Verfassung des Konsumenten ab. Daher werden manche unter Ecstasyeinfluss kommunikativer und wollen tanzen, während andere sich eher mundfaul und träge fühlen. Durch Ecstasy können auch Wirkungen erzeugt werden, die sehr unangenehm und zum Teil auch gefährlich sind, wie z.B. Herzrasen, massive Angstzustände, Nieren- und Leberversagen, Übelkeit, Schwindel (bis hin zum Kreislaufkollaps) und Schweißausbrüche. Da es unter dem Einfluss von Ecstasy zu Wahrnehmungs-  und Koordinationsstörungen kommt, wird die Fahrtüchtigkeit massiv eingeschränkt. Dabei ist zu beachten, dass nicht nur unter akutem Drogeneinfluss, sondern auch als Langzeitfolge unangemessener Leichtsinn und Selbstüberschätzung auftreten.

Speed

Speed ist die Szenebezeichnung für Amphetamin. Es wird in illegalen Laboren aus verschiedenen chemischen Grundstoffen, die psychoaktiv wirken, hergestellt. Es kann sowohl als Pulver, Kapsel oder Tablette als auch als Flüssigkeit hergestellt werden. Da Speed in Deutschland nur illegal verkauft wird, ist die genaue Zusammensetzung stets ungewiss.



Wirkstoff

Wesentlicher Wirkstoff ist Amphetamin. Dieses ähnelt in seiner Zusammensetzung den im menschlichen Nervensystem für die Reizweiterleitung zuständigen Botenstoffen Adrenalin und Dopamin.

Konsum

Wird gesnieft, in Getränke gemischt oder als Tablette genommen.

Nachweis

Die Wirkstoffe können im Blut für einige Stunden, im Urin für 24 bis 74 Stunden und im Haar einige Monate nachgewiesen werden.


Durch Amphetamin werden Schmerzen und Müdigkeit sowie Hunger- und Durstgefühle unterdrückt. Die Leistungsfähigkeit des Körpers wird kurzfristig erhöht und der Konsument empfindet ein gesteigertes Mitteilungsbedürfnis. Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit wird unter Einfluss der Droge jedoch häufig überschätzt. Neben Euphorie und Erregungszuständen kann Amphetamin auch Niedergeschlagenheit und Depressionen und sogar Wahnvorstellungen, halluzinatorische Effekte, Psychosen und Paranoia auslösen. Die Wirkungsdauer beträgt meist zwischen 2 und 4 Stunden, kann aber auch bis zu 24 Stunden anhalten. Wer unter der Wirkung von Amphetamin steht, ist nicht fahrtüchtig. Vor allem durch die deutlichen Einschränkungen in Wahrnehmung und Koordination wäre es sehr gefährlich, trotz des Drogeneinflusses zu fahren. Aber auch die häufig eintretende Selbstüberschätzung stellt eine ernstzunehmende Gefährdung dar.

Kokain

Kokain wird aus den Blättern der Kokapflanzen (Erythroxylum coca) gewonnen. Diese enthalten etwa 1% Kokain. Durch chemische Verfahren wird das bekannte weiße, kristalline Pulver gewonnen.



Wirkstoff

Kokainhydrochlorid (KHC)

Konsum

Wird meist gesnieft, kann aber auch gespritzt oder geraucht werden.

Nachweis

Im Blut kann Kokain ca. 5 bis 6 Stunden, im Urin 2 bis 3 Tage und im Haar mehrere Monate nachgewiesen werden.


Kokain hat eine aufputschende Wirkung, da durch den Konsum die körpereigenen Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Serotonin vermehrt ausgeschüttet werden. Hunger-, Durst-, und Müdigkeitsgefühle werden betäubt. Ein Kokainrausch verläuft in 3 Phasen:


  1. In der ersten Phase ist der Konsument euphorisch und erfährt eine Antriebssteigerung. Gleichzeitig erhöhen sich die Risikobereitschaft und die Reizbarkeit. Das Urteilsvermögen wird eingeschränkt, während das Selbstwertgefühl eher gesteigert wird. Parallel dazu kann es auch zu Fahrigkeit und mangelnder Konzentration kommen.
  2. Die zweite Phase ist das eigentlich Rauschstadium. Während dieser Phase kann es zu Trugwahrnehmungen und Verfolgungswahn kommen.
  3. Wenn der Rausch abklingt, kommt es zur “depressiven Phase”. Während dieses Stadiums dominieren Erschöpfung, Müdigkeit, Ungeduld und Reizbarkeit. Es kann auch zu Angstzuständen bis hin zu Suizidgedanken kommen.

Der Konsum von Kokain stellt in jedem Stadium ein unkalkulierbares Risiko für den Straßenverkehr dar. Daher ist man unter dem Einfluss von Kokain zu keinem Zeitpunkt fahrtüchtig.

Halluzinogene

Als Halluzinogene werden eine Vielzahl unterschiedlicher, psychoaktiver Substanzen bezeichnet, die sich zwar in ihrem chemischen Aufbau zum Teil stark unterscheiden, jedoch ähnliche Wirkungen hervorrufen. Eines der bekanntesten Halluzinogene ist LSD. Es wurde ursprünglich durch chemische Verfahren aus den Alkaloiden des Mutterkorns (einem Pilzbefall an Getreide) gewonnen, kann heutzutage aber auch vollsynthetisch hergestellt werden.



Wirkstoff

Lysergsäurediethylamid (LSD)

Konsum

Wird auf eine Trägersubstanz (z. B. Zucker, Gelatine, Löschpapier) geträufelt und mitsamt dieser geschluckt. LSD kann auch als Lösung gespritzt werden.

Nachweis

Im Blut kann LSD ca. 12 Stunden und im Urin 1 bis 2 Tage nachgewiesen werden.


Halluzinogene beeinflussen massiv das Denken, Fühlen und Wahrnehmen des Konsumenten. Es kommt zu starken Halluzinationen. Das Ich-Empfinden geht verloren, Bilder, Begriffe, Wirklichkeit und Sinneswahrnehmungen werden gestört. Dies kann unter anderem dazu führen, dass Farben “gehört” oder Töne “geschmeckt” werden können. Der Rauschverlauf ist stark von der Person, ihren Erwartungen und der Situation, in der sie sich befindet, abhängig. Die Stimmung während des Rausches kann sehr euphorisch sein, kann aber auch ins Gegenteil umkippen und starke Angst bzw. regelrechte Panik auslösen. Da die Realität durch Halluzinogene völlig verzehrt wird, ist eine Person, die z. B. LSD konsumiert hat, für eine Teilnahme am Straßenverkehr vollständig ungeeignet.

Opiate

Als Opiate bezeichnet man die psychoaktiven Substanzen, die aus dem Milchsaft des Schlafmohns (Papaver somniferum) gewonnen werden. Voll- oder halbsynthetisch gewonnene, morphinähnliche Stoffe nennt man Opioide. Zu den Opioiden zählt z. B. Heroin.



Wirkstoff

Im Rohopium hauptsächlich Morphin und Codein.

Konsum

Wird meist als Lösung gespritzt, kann aber auch inhaliert, auf Folie geraucht oder gesnieft werden.

Nachweis

Im Blut können Opiate bis zu 8 Stunden, im Urin bis zu 4 Tage nachgewiesen werden.


Durch die Einnahme von Opiaten verspürt der Konsument kurzfristig einen extrem starken “Kick”. Dieser kann z. B. als starkes Hochgefühl, Losgelöstheit, ein gesteigertes Selbstwertgefühl oder Gleichgültigkeit gegenüber der Außenwelt empfunden werden. Der Konsum kann sehr schnell zu einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit führen, wobei aufgrund der Gewöhnung des Körpers immer höhere Dosen der Droge benötigt werden. Heroin- bzw. Morphinkonsum führt dazu, dass die Abhängigen im Straßenverkehr durch das Fahren von Schlangenlinien, Apathie, unkontrolliertes Muskelzittern und psychomotorische Verlangsamung auffallen. Schon der einmalige Konsum kann zur Fahruntüchtigkeit führen.

Medikamente

Dass Drogen am Steuer keine gute Idee sind, ist den meisten vermutlich bewusst. Das aber auch Arzneimittel Nebenwirkungen haben können, aufgrund derer man nicht fahren sollte, ist vielen nicht bewusst. Rund 20 % der sich derzeit auf dem Markt befindenden Medikamente beeinträchtigen das Reaktionsvermögen und somit auch die Fahrtüchtigkeit. Studien gehen davon aus, dass 3-10 % aller Unfälle direkt oder indirekt auf die Einnahme von Arzneimitteln zurückzuführen sind. Dieser recht hohe Anteil könnte dadurch zu erklären sein, dass rund 80 % der Verkehrsteilnehmer nicht bewusst ist, dass die Einnahme von Medikamenten die Fahrtüchtigkeit in ähnlicher Weise beeinflussen kann, wie der Konsum von Alkohol.


Ob ein Medikament deine Fahrtüchtigkeit einschränkt, hängt von mehreren Faktoren ab. Je nachdem welche Grunderkrankungen du hast, wie hoch die Dosierung ist und welche anderen Medikamente du einnimmst, kann sich die Wirkung eines Medikaments verändern. Inwiefern ein Medikament deine Fahrtüchtigkeit einschränkt, erfährst du aus der Packungsbeilage oder von deinem Arzt bzw. Apotheker. Verzichte bei der Einnahme von Medikamenten grundsätzlich auf Alkohol! Selbst bei geringen Mengen kann der Konsum von Alkohol die Wirkungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten erheblich verstärken.

 


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