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Neue Verkehrsschilder und -regeln, die du unbedingt kennen musst!

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Inhaltsverzeichnis

Aufgepasst! Es gibt eine Reform der Straßenverkehrsordnung, mit der sich einiges ändern wird. Zusätzliche Verkehrsschilder werden eingeführt, neue und zum Teil höhere Bußgelder sowie einige allgemeine Änderungen der Verkehrsregeln kommen auf uns zu. Viele der aktualisierten Regeln zielen in erster Linie darauf ab, den Umweltschutz voranzutreiben: Vor allem Radfahrer und Fahrgemeinschaften werden nämlich bald mehr Rechte bekommen. In dieser Form unterwegs zu sein, soll dadurch attraktiver gemacht und mehr gefördert werden. Wenn du die neuen Regeln als Autofahrer nicht beachtest, kann es dann schnell teuer für dich werden. Wir listen alle Neuerungen auf, zeigen dir die neuen Verkehrsschilder und erklären, was es mit den Änderungen der Bußgelder auf sich hat!

Wichtig:

Die Reform wurde bisher noch nicht durchgeführt. Ihr muss zunächst von den einzelnen Bundesländern im Bundesrat zugestimmt werden. Erst dann gelten die neuen Regeln.

Diese Bußgelder ändern sich

Die geplante Reform der Straßenverkehrsordnung betrifft u. a. auch einige Bußgelder. Ein paar bestehende werden erhöht, es kommen aber auch ganz neue hinzu. Um Geld zu sparen, solltest du diese Änderungen unbedingt kennen:

1. Das Parken in zweiter Reihe soll in Zukunft teurer werden. 

Wenn du öfter mal in der zweiten Reihe oder auch auf Geh- und Radwegen parkst, wird es bald richtig teuer für dich. Das gleiche gilt auch, wenn du den Schutzstreifen nutzt, um kurz zu halten. Bisher wärst du dafür noch mit 15 € davongekommen. Nach der Reform sollen nun jedoch bis zu 100 € fällig werden.

2. Höhere Strafen für den falschen Umgang mit Rettungsgassen

Du findest, eine Rettungsgasse zu bilden, ist nicht so wichtig? Dann solltest du dich besser auf hohe Geldbußen gefasst machen! Bis zu 320 € werden in Zukunft dafür erhoben. Hinzu kommen sogar noch ein einmonatiges Fahrverbot und 1 Punkt in Flensburg. Die gleichen Strafen sollen auch gelten, wenn man durch die Rettungsgasse fährt, um schneller voran zu kommen. Schließlich geht es hierbei sehr oft um das Leben anderer Personen. Bilde deshalb immer rechtzeitig eine Rettungsgasse und nutze sie niemals aus, um hindurch zu fahren! 

Wichtig:

Einsatzkräfte zu behindern, zu bedrohen oder anzugreifen, ist eine Straftat, die mit bis zu 5 Jahren Freiheitsentzug bestraft werden kann! Gaffen oder das Filmen bzw. Fotografieren der Situation zählt als “Unterlassene Hilfeleistung”. Das ist ebenfalls eine Straftat, die eine Geldstrafe oder bis zu ein Jahr Freiheitsstrafe nach sich zieht.

3. Notbrems-Assistenz-Systeme dürfen nicht abgeschaltet werden

Diese Regel wird durch die Reform ganz neu aufgestellt: Wenn du ein Auto mit einem Notbrems-Assistenten hast, musst du diesen eingeschaltet haben. Zumindest immer dann, wenn du schneller als 30 km/h fährst. Solltest du dabei erwischt werden, dass du dieses Assistenz-System ausgeschaltet hast, wird dir ansonsten ein Bußgeld von 100 € auferlegt. Zusätzlich bekommst du sogar noch 1 Punkt in Flensburg. Lasse dein Notbrems-Assistenz-System also besser immer eingeschaltet!

Neue Verkehrsschilder: Wie sie aussehen und was sie bedeuten

Fahrgemeinschaften zu bilden spart Geld, schont die Umwelt und ist außerdem auch viel unterhaltsamer als alleine im Auto unterwegs zu sein. Wenn du häufig zusammen mit Freunden oder anderen Leuten ein Auto teilst, wird dir dieses Schild in Zukunft vieles einfacher machen. Dadurch soll nämlich gefördert werden, dass sich mehr Leute zusammentun und in Fahrgemeinschaften fahren. Wenn du mit mindestens 2 weiteren Personen in einem Fahrzeug unterwegs bist und dieses Schild siehst, darfst du in Zukunft auch auf der Busspur fahren. Damit spart ihr in den allermeisten Fällen super viel Zeit. Suche dir also am besten jetzt schon mal ein paar Leute, mit denen du eine Fahrgemeinschaft bilden kannst, um diesen tollen Vorteil zu nutzen.

Carsharing ist schon lange ein sehr beliebtes Mittel, um super flexibel auch ohne eigenes Auto von A nach B zu kommen. Um diese geniale Idee noch weiter voranzubringen, wird es bald eigene Parkplätze für Carsharing-Autos geben. Dafür solltest du dir dieses Schild schon einmal gut merken. Fahrzeuge, die für Carsharing genutzt werden, werden dann mit einem entsprechenden Aufkleber oder Ausweis ausgestattet sein, der hinter der Windschutzscheibe angebracht wird. Damit können sie dann von vielen zusätzlichen Parkplätzen profitieren.

Das einfache Grünpfeilschild kennst du sicher schon. Es galt bisher nur für Kfz und erlaubt es, nach rechts abzubiegen, selbst wenn die Ampel noch rot ist. Wenn du viel mit dem Fahrrad fährst, wird es jetzt interessant für dich: Das normale Grünpfeilschild gilt nämlich bald auch für Radfahrer, die von einem Radweg oder Radfahrstreifen heraus rechts abbiegen möchten. Doch damit noch nicht genug! Es soll sogar ein neues Grünpfeilschild extra nur für Fahrräder eingeführt werden. Dieses gilt dann ausschließlich für Radfahrer. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, gilt dieses Schild für dich nicht und du musst warten, bis die Ampel  grün wird.

Neben den bekannten Tempo-30-Zonen soll es bald auch sogenannte Fahrrad-Zonen geben. Du erkennst sie an diesem Schild. Genauso wie in der 30-Zone darfst du hier mit deinem Auto nicht schneller als 30 km/h fahren. Zusätzlich werden Fahrräder hier allerdings bevorzugt behandelt. Das heißt, du darfst sie nicht stören oder behindern. Auch mit einem Elektrokleinstfahreug, also z. B. mit einem E-Scooter, darfst du hier fahren.

Schon mal ein solches Fahrrad gesehen? Man sieht sie mittlerweile immer häufiger in der Stadt und sie werden Lastenfahrräder genannt. Du kannst damit verschiedene Güter oder auch Personen – vor allem Kinder – transportieren. Den Fahrern dieser Lastenfahrräder soll der Alltag einfacher gemacht werden. Deshalb wird es bald eigene Parkflächen und Ladezonen für sie geben. Du erkennst sie dann an diesem Schild.

Radwege, die besonders gut beschaffen sind, bekommen wohl schon bald die Bezeichnung “Radschnellweg” und werden dann mit diesem Verkehrsschild markiert. Das kann sich u. a.  auch auf Strecken auf sandigem Untergrund beziehen, solange sie gute Voraussetzungen bieten, mit dem Fahrrad besonders schnell und ungehindert darauf zu fahren.

Dieses neue Verkehrsschild soll mehr Sicherheit für Fahr- und Motorradfahrer garantieren. Es ist genauso aufgebaut, wie andere Schilder, die ein Überholverbot markieren und ist daher völlig unmissverständlich. Wenn du dieses Schild siehst, darfst du mit deinem Kfz keine Fahr- oder Motorräder überholen.

Diese neuen Verkehrsregeln gibt es außerdem

Neben den Änderungen bei einigen Bußgeldern und Verkehrsschildern sind auch noch ein paar allgemeine Neuerungen geplant. Die meisten davon sind ebenfalls dafür gedacht, den Verkehr für Radfahrer sicherer und attraktiver zu machen: 

  • Städte und Gemeinden sollen es z. B. bald einfacher haben, das Fahren entgegen der Einbahnstraße für Radfahrer zu erlauben. Außerdem wird es endlich klar geregelt sein, wie man Radfahrer überholen darf. Bisher war nämlich immer nur ein “ausreichender Seitenabstand” vorgegeben. Das interpretiert natürlich jeder anders. Um Radfahrer und auch Fußgänger zu schützen, wird deshalb jetzt ein Abstand von mindestens 1,5 Metern beim Überholen vorgegeben. Radfahrer dürfen bald auch ganz ausdrücklich nebeneinander fahren, so lange sie den Verkehr damit nicht behindern.
  • Schutzstreifen für Radfahrer werden mit einer gestrichelten, weißen Linie von der Fahrbahn abgetrennt. Autos dürfen darauf nicht parken. Es ist bisher aber erlaubt, bis zu 3 Minuten lang darauf zu halten. Da Radfahrer dadurch häufig behindert werden, soll dort ein absolutes Halteverbot für Kfz durchgesetzt werden.

Eine letzte Änderung beinhaltet die Reform noch. Diese betrifft allerdings weder Rad- noch Autofahrer, sondern richtet sich nur an Lkws. Mit einem Fahrzeug über 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht darf man in geschlossenen Ortschaften bald nun noch mit Schrittgeschwindigkeit rechts abbiegen. Also nicht schneller als 11 km/h. Wer schneller ist, wird mit bis zu 70 € Bußgeld und einem Punkt in Flensburg bestraft.