Verkehrssicherheit

Das musst du diesem Thema wissen



Inhalt Lektion 13 – Verkehrssicherheit


  1. Was versteht man eigentlich unter Verkehrssicherheit?
  2. Welche Rolle spielen die Bremsen für die Verkehrssicherheit?
  3. Warum müssen Bremsen regelmäßig kontrolliert werden?
  4. Was gilt es bei der Bereifung zu beachten?
  5. Wovon hängt die Abnutzung der Reifen ab?
  6. Was musst du an der Beleuchtung deines Autos kontrollieren?
  7. Wie überprüfst du die Verkehrssicherheit der Lenkung deines Pkw?
  8. Wann gelten Spiegel nicht mehr als verkehrssicher?
  9. Was musst du bezüglich der Sicht beachten?
  10. Was solltest du bedenken, wenn du ein dir unbekanntes Fahrzeug fährst?


Verkehrssicherheit

Bevor du ein Fahrzeug im Straßenverkehr bewegst, musst du sichergehen, dass seine Verkehrssicherheit gewährleistet ist. Dazu zählt z. B. die volle Funktionstüchtigkeit von Bremsen, Beleuchtung und Lenkung sowie die richtige Bereifung. Neben der Verkehrssicherheit spielt auch die Betriebssicherheit eine wichtige Rolle, hierzu zählen Faktoren wie Kühlwasser und Motoröl in ausreichenden Mengen.


Was versteht man eigentlich unter Verkehrssicherheit?

Nur Kraftfahrzeuge, die als verkehrssicher gelten, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Daher kann es dir auch in der praktischen Führerscheinprüfung passieren, dass du vor Beginn der eigentlichen Prüfungsfahrt Abfahrtskontrollen durchführen musst. Für die Verkehrssicherheit sind sowohl der Fahrzeughalter als auch der Fahrer verantwortlich. Um die Verkehrssicherheit gewährleisten zu können, dürfen folgende Dinge nicht beschädigt oder in ihrer Funktion eingeschränkt sein:



Darüber hinaus darf durch Ladung oder eingeschränkte Sicht keine Gefahr ausgehen. Falls an einem der oben genannten Bauteile während der Fahrt Mängel auftreten, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, muss das Fahrzeug unverzüglich aus dem Verkehr gezogen werden. In einem solchen Fall darfst du erst weiterfahren, wenn die Verkehrssicherheit wiederhergestellt ist.

Welche Rolle spielen die Bremsen für die Verkehrssicherheit?

Zuverlässiges und präzises Bremsen ist für die Sicherheit im Straßenverkehr enorm wichtig. Daher gilt: Bei Problemen mit den Bremsen immer sofort eine Fachwerkstatt aufsuchen!


Doch wie funktionieren die Bremsen eines Pkw eigentlich, und welche Arten von Bremsen gibt es? Bei einem Auto gibt es die Feststellbremse (Handbremse) und die Betriebsbremse (Fußbremse). Die Feststellbremse wirkt nur auf zwei Räder. Sie ist lediglich dazu gedacht, das abgestellte Auto zu sichern. Ihre Wirkungsweise ist rein mechanisch – die Funktion ist über einen Seilzug oder ein Gestänge geregelt. Im Gegensatz dazu wirkt die Betriebsbremse hydraulisch, d. h. die Kraftübertragung zwischen Bremspedal und Radbremse findet über Flüssigkeit statt. Bei der Betriebsbremse wird zwischen Scheibenbremse und Trommelbremse unterschieden.

1. Scheibenbremse

Bei Scheibenbremsen befindet sich am Rad eine fest montierte Scheibe. Wird das Bremspedal gedrückt, werden die Bremsbeläge zangenförmig gegen diese Scheibe gepresst. Durch die vergleichsweise offene Bauweise von Scheibenbremsen, sind diese Bremsen gut belüftet und haben dadurch eine gute Wärmeabfuhr. Daher ist die Wirkung bei häufigem Bremsen deutlich konstanter als bei Trommelbremsen. Nachteil einer Scheibenbremse ist jedoch, dass sie bei Nässe nur verzögert anspricht, da ein dünner Wasserfilm auf der Bremsscheibe erst vorsichtig “trockengebremst” werden muss.

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2. Trommelbremse

Bei einer Trommelbremse befindet sich im Rad eine fest damit verbundene Trommel. Zum Bremsen werden die gebogenen Bremsbeläge von innen gegen die Trommel gepresst. Aufgrund der geschlossenen Bauweise haben solche Bremsen eine schlechte Wärmeableitung. Wird – z. B. bei einer längeren Talfahrt – häufig gebremst, entstehen hohe Temperaturen. Dadurch dehnt sich die Trommel aus, und die Bremsbacken müssen einen weiteren Weg zurücklegen. Infolgedessen lässt die Bremswirkung nach. Aufgrund dieser Eigenschaft werden Trommelbremsen, wenn überhaupt, nur noch an der Hinterachse moderner Pkw verbaut. Vorteilhaft bei Trommelbremsen ist, dass sie, aufgrund der geschlossenen Bauweise, gegenüber Spritzwasser unempfindlich sind. Beim Durchfahren tieferer Pfützen können sie jedoch volllaufen und müssen dann durch längeres Bremsen bei langsamer Fahrt “trockengebremst” werden.

Technische-Bedingungen-Fahrzeug-Trommelbremse.gif


Durch Kondensation kann Wasser in die Bremsflüssigkeit geraten. Da bei einem zu hohen Wasseranteil die Bremskraft nachlässt, solltest du die Bremsflüssigkeit regelmäßig wechseln. Wie oft diese ausgetauscht werden muss, entnimmst du den Herstellerangaben.


Um möglichst große Sicherheit zu gewährleisten, sind an das Bremspedal zwei unabhängige Bremskreise angeschlossen. Zu einem Bremskreis gehört jeweils ein Vorderrad und das gegenüberliegende Hinterrad. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass das Fahrzeug auch dann noch geradeaus fährt, wenn ein Bremskreis ausfallen sollte.

Warum müssen Bremsen regelmäßig kontrolliert werden?

Wenn die Radbremszylinder undicht werden, können die Bremsbeläge verölen. Dadurch lässt die Bremswirkung massiv nach. Bringe dein Auto daher unbedingt sofort in eine Werkstatt. Kontrolliere deine Bremsbeläge regelmäßig selbst oder lass sie von einem Fachmann überprüfen. Sind sie zu stark abgefahren, wird die Bremswirkung unzureichend. Wichtig ist auch, dass die Bremskraft an allen Reifen gleichmäßig wirkt. Wenn z. B. die Bremse links geringer wirkt als rechts, kann das Fahrzeug ausbrechen und nach rechts ziehen. Außerdem wird der Bremsweg länger.


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Kontrolliere die Betriebsbremse (Fußbremse) vor Fahrtantritt. Dies ist besonders wichtig, wenn du mit einem dir fremden Fahrzeug fährst, wenn der Pkw vorher eine längere Standzeit hatte und nach jeder Unterbodenwäsche. Neben dem Überprüfen der Bremse, gehört auch eine Überprüfung der Bremsleuchten zur Funktionsprüfung der Bremsanlage. Funktionieren diese nicht, ist häufig eine defekte Glühlampe oder ein defekter Bremslichtschalter die Ursache. Lasse Bremsleuchten immer unverzüglich reparieren, um Auffahrunfälle zu vermeiden.



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Diese Kontrollleuchte informiert über das Bremssystem. Sie leuchtet auf, wenn die Feststellbremse angezogen ist, kann aber auch auf zu wenig Bremsflüssigkeit, verschlissene Bremsbeläge oder eine Fehlfunktion des ABS hinweisen.



Was gilt es bei der Bereifung zu beachten?

Autoreifen wirken zwar recht groß, die Fläche mit der sie die Straße berühren, ist jedoch nur in etwa so groß, wie ein DIN-A4-Blatt. Da alle Kräfte – wie z. B. die Bremskraft – über diese verhältnismäßig kleine Fläche wirken müssen, kommt der Beschaffenheit der Reifen eine große Bedeutung zu. Wie gut der Reifen auf der Fahrbahn haftet, hängt zum Großteil von der verwendeten Gummimischung ab. Es gibt Mischungen, die für eine besonders gute Haftung auf einer warmen Fahrbahnoberfläche sorgen. Diese werden für Sommerreifen verwendet. Andere Gummimischungen sind hingegen speziell für eine gute Haftung auf einer kalten Fahrbahn ausgelegt und kommen daher bei Winterreifen zum Einsatz.



Praxistipp:

Die Winterreifenpflicht gilt zwar nur bei Witterungsbedingungen wie Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte, dennoch ist es empfehlenswert, Winterreifen zu verwenden, sobald im Herbst die Temperaturen sinken.



Für die Haftung der Reifen ist, neben der Gummimischung, vor allem die Profiltiefe wichtig. Die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe für Winterreifen sowie für Sommerreifen liegt bei mindestens 1,6 Millimetern. Viele Experten empfehlen jedoch, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen und Reifen besser schon bei einer Profiltiefe von unter 3 Millimetern auszutauschen. Um die Profiltiefe zu messen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wer ganz sicher gehen will, verwendet einen speziellen Messschieber, mit dem die Tiefe exakt bestimmt werden kann. Du kannst zur Überprüfung aber auch einfach eine 1-Euro-Münze verwenden. Da der goldene Rand genau 3 Millimeter breit ist, gilt: Wenn der Rand komplett im Reifenprofil versinkt, kann der Reifen weiterhin gefahrlos verwendet werden. Ist ein Teil des Randes zu sehen, sollte über einen baldigen Reifenwechsel nachgedacht werden.


Gut zu wissen:

Bei manchen Reifen ist an der Seite mehrfach das Kürzel “TWI” eingeprägt. Auf Höhe dieses Kürzels befinden sich im Profil Markierungen mit 1,6 Millimeter Höhe. Liegen diese sichtbar an der Oberfläche, ist der Reifen bis auf die gesetzliche Mindestprofiltiefe abgefahren und muss ausgetauscht werden.



Kontrolliere nicht nur die Profiltiefe, die gleichmäßige Abnutzung und den Luftdruck der Reifen regelmäßig, sondern achte auch auf weitere äußere Beschädigungen sowie auf das Alter des Reifens.


Wovon hängt die Abnutzung der Reifen ab?

Wie schnell ein Reifen abnutzt, hängt vor allem davon ab, wie pfleglich damit umgegangen wird. Ursachen für einen ungewöhnlich hohen Verschleiß sind z. B. falscher Luftdruck, falsche Sturz- oder Spureinstellungen, hohe Brems-, Beschleunigungs- und Seitenführungskräfte oder eine beschädigte Federung. Auch das Fahren mit Winterreifen in Sommermonaten erhöht den Reifenverschleiß und den Kraftstoffverbrauch. Wenn sich an der Vorderachse ein Reifen stärker abnutzt als der andere, kann das auf eine falsche Spureinstellung oder einen verbogenen Achslenker hinweisen. Diese Probleme können, ebenso wie eine falsche Radeinstellung, ein Grund dafür sein, dass das Auto während der Fahrt stark zu einer Seite zieht. Wenn du mit einem Reifen einmal heftig gegen einen Bordstein oder ein anderes Hindernis gefahren bist, solltest du Felge und Reifen danach umgehend überprüfen lassen.



Wichtig:

Wenn dir ein Reifen platzt, nimmst du sofort das Gas weg, lenkst gegebenenfalls gegen und bremst vorsichtig ab. Denke daran, dass du mit einem Notrad maximal 80 km/h und nicht länger als unbedingt erforderlich fahren darfst. Vergiss nach einem Reifenwechsel auf keinen Fall, nach kurzer Fahrt noch einmal die Radmuttern nachzuziehen.


Was musst du an der Beleuchtung deines Autos kontrollieren?

Achte darauf, dass Gläser und Reflektoren nicht gesprungen und auch nicht “blind” (milchig-trüb) sind. Pass beim Einsetzen der Glühlampen auf, diese nicht mit den Fingern zu berühren, um zu verhindern, dass der Reflektor im Scheinwerfer vorzeitig blind wird. Prüfe alle Scheinwerfer und Leuchten regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit. Achte auch auf den richtigen Sitz sowie eine korrekte Einstellung der Lampen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass alle Beleuchtungseinrichtungen sauber sind.



Gut zu wissen:

Blinkt die Blinker-Kontrollleuchte während der Fahrt schneller, weist dies auf eine defekte Glühbirne oder Sicherung hin. Fällt ein anderer Teil der Beleuchtungseinrichtung des Autos aus, wird dies bei einigen Fahrzeugen durch eine Meldung im Sichtbereich angezeigt.


Wie überprüfst du die Verkehrssicherheit der Lenkung deines Pkw?

Die Übertragungsteile der Lenkung haben immer einen gewissen Spielraum, bei dem sich die Räder noch nicht bewegen. Dieser wird durch Verschleiß mit der Zeit größer. Daher solltest du diesen Spielraum regelmäßig anhand der sogenannten “3-Finger-Methode” überprüfen. Bei Fahrzeugen mit Servolenkung muss dazu der Motor laufen. Stelle das Lenkrad gerade. Bewege es langsam und beobachte dabei die Vorderräder. Das Lenkrad darf sich höchstens 2-3 Finger breit drehen lassen, ohne dass die Vorderräder sich bewegen. Ist das Lenkspiel größer, ist vermutlich das Lenkgetriebe defekt oder das Kugelgelenk der Spurstangen ausgeschlagen. In beiden Fällen kannst du den Pkw nicht mehr exakt in der Spur halten. Das Auto muss daher sofort in eine Werkstatt.


Die Lenkung eines Kraftfahrzeugs sollte immer gleichmäßig und leichtgängig sein, außerdem sollten sich die Reifen beim Fahren in Kurven selbstständig zurückstellen. Ist die Lenkung schwergängig, kann dies auf ein defektes Lenkgetriebe oder eine ausgefallene Lenkhilfe hinweisen. Überprüfe bei einer schwergängigen Lenkung unbedingt den Ölstand der Servolenkung. Sollte das Lenkrad während der Fahrt “flattern” oder stark vibrieren, hast du vermutlich kein Problem mit der eigentlichen Lenkung, sondern eine Unwucht in den Rädern, eine schadhafte Federung oder einen defekten Stoßdämpfer.

Wann gelten Spiegel nicht mehr als verkehrssicher?

Spiegel, die gesprungen sind oder “blinde” Stellen haben, gelten nicht als verkehrssicher. Achte auch darauf, dass die Spiegel immer sauber und korrekt eingestellt sind. Sollten sich die Spiegel nicht mehr einstellen lassen, musst du sofort für die Instandsetzung der Verstellungseinrichtung sorgen. Auch vereiste oder beschlagene Außenspiegel sorgen für eine Gefährdung im Straßenverkehr. Hier verschaffen beheizbare Außenspiegel die beste Abhilfe.

Was musst du bezüglich der Sicht beachten?

Eine gute Sicht ist für eine sichere Fahrt essentiell. Kläre daher vor Fahrtbeginn folgende Fragen:


  • Ist die Scheibenwaschanlage gefüllt und frostsicher?
  • Sind die Scheibenwaschdüsen funktionsfähig?
  • Sind Wasserförderpumpe und Wischblätter intakt?
  • Sind die Scheiben frei von Schmutz und Schlieren?
  • Sind alle Scheiben sowie die Spiegel und Beleuchtungseinrichtungen frei von Eis und Schnee?
  • Sind sämtliche Sicherungen intakt?
  • Versperrt dir die Ladung die Sicht?

Vor allem die Sicht durch die Windschutzscheibe und die vorderen Seitenscheiben, darf nicht durch Ladung eingeschränkt werden. Denke auch daran, deine Ladung ausreichend zu sichern.

Was solltest du bedenken, wenn du ein dir unbekanntes Fahrzeug fährst?

Da die Bedienungseinrichtung und Abmessungen des Fahrzeugs für dich ungewohnt sein können, solltest du dich vor Fahrtbeginn beim Eigentümer und/oder in der Bedienungsanleitung darüber informieren. Bedenke auch, dass sich die Fahreigenschaften vor allem beim Bremsen und in Kurven von Fahrzeug zu Fahrzeug unterscheiden. Fahre daher zunächst besonders vorsichtig, bis du das Fahrzeug besser einschätzen kannst. Vergiss nicht, vor der Fahrt mit einem für dich neuen Fahrzeug, die Spiegel, den Sitz, den Sicherheitsgurt und die Kopfstütze auf deine Größe einzustellen. Ohne Kopfstütze ist das Risiko, bei einem Heckaufprall verletzt zu werden, erheblich größer. Das gilt insbesondere für die Mitfahrer auf der Rückbank.


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