Persönliche Voraussetzungen / Risikofaktor Mensch

Worauf kommt es beim Fahrer eines Fahrzeugs im Straßenverkehr an? Hier erfährst du alles wichtige für die theoretische Prüfung




Inhalt Lektion 1 – Risikofaktor Mensch



Risikofaktor Mensch

Die größte Gefahr beim Autofahren ist der Mensch selbst, denn Menschen machen Fehler. Um das Risiko möglichst gering zu halten, ist es notwendig, dass zunächst einige körperlichen Voraussetzungen erfüllt sind, damit du Autofahren darfst. Daher musst du zum Sehtest, um deinen Führerschein beantragen zu können. Auch über die Gefahren von Ablenkungen am Steuer solltest du informiert sein. Ablenkung können nicht nur dein Handy oder das Radio sein, sondern auch deine eigenen Emotionen. Lerne daher, sie zu kontrollieren! Erfahre außerdem mehr darüber, warum Drogen, Medikamente und Alkohol am Steuer ein so großes Risiko darstellen.



Welche körperlichen Fähigkeiten sind Voraussetzung zum Autofahren?

Beim Autofahren ist es sehr wichtig, dass du Verkehrssituationen korrekt wahrnehmen und auch schnell sowie adäquat darauf reagieren kannst. Die Informationen, die du über deine Sinne wahrnehmen kannst, bilden schließlich die Grundlage für dein Handeln. Beim Autofahren nimmst du rund 90% der relevanten Sinneseindrücke mit den Augen wahr. Aber auch Hören und Fühlen helfen dir dabei, Straße und Verkehr richtig einzuschätzen. Die Fahrerlaubnisverordnung (FeV) schreibt vor, dass jeder, der ein Kraftfahrzeug führt, auch fahrtüchtig sein muss. Wenn du also schlecht siehst oder hörst und trotzdem fährst, drohen dir ernsthafte Konsequenzen. Trotz Fahruntüchtigkeit zu fahren, kann zu einem Fahrverbot, einem Fahrerlaubnisentzug, Punkten im Fahreignungsregister sowie zu hohen Geldstrafen führen.



Ohne Sehtest kein Führerschein: Das erwartet dich beim Sehtest
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Jeder, der einen Führerschein beantragen möchte, muss zunächst zum Sehtest. Dadurch wird eine Fahruntüchtigkeit aufgrund mangelnder Sehschärfe ausgeschossen. Der Sehtest zum Führerschein überprüft deine zentrale Tagessehschärfe – also die Fähigkeit deiner Augen, bei normalem Tageslicht Gegenstände und Vorgänge in der Umgebung klar zu erkennen. Eine durchschnittlich gute Sehschärfe wird als “Visus 1,0” bezeichnet. Für den Führerscheinen benötigst du mindestens einen Visus von 0,7. Auch wenn du eine Brille oder Kontaktlinsen benötigst, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Du bestehst den Sehtest für den Führerschein auch dann, wenn du für die Mindestanforderung eine Sehhilfe verwenden musst. Diese wird dann jedoch im Führerschein vermerkt, und du musst sie beim Fahren immer tragen.


Ob du gut siehst, hängt natürlich nicht nur von der Tagessehschärfe ab. Auch die folgenden Faktoren beeinflussen deine Sicht:


  • Nacht- und Dämmerungssehvermögen
  • Blendempfindlichkeit
  • Stereosehen
  • Farbsehen
  • Gesichtsfeld
  • Stellung und Beweglichkeit der Augen.

Wenn du den Sehtest für den Führerschein bestanden hast, kann es natürlich trotzdem sein, dass deine Sehleistung sich später noch verschlechtert. Da dies meist ein schleichender Prozess ist, wirst du es vielleicht zunächst gar nicht wahrnehmen. Daher solltest du deine Sehkraft regelmäßig durch einen Sehtest überprüfen lassen.

Warum ist Hören und Fühlen beim Autofahren wichtig?

Durch dein Gehör kannst du viele für den Straßenverkehr wichtigen Informationen bereits wahrnehmen, bevor sie in deinem Sichtfeld auftauchen. Einen Krankenwagen hörst du z. B. häufig schon lange bevor du ihn siehst. Drehe daher das Radio nicht voll auf und benutze auch keine Kopfhörer. Wenn du die Verkehrsgeräusche nicht mehr hören kannst, verstößt du gegen die Straßenverkehrsordnung, außerdem belästigst du andere mit lauter Musik, selbst wenn du die Scheiben geschlossen hast. Darüber hinaus können Blinde in der Nähe von solchen Fahrzeugen leicht die Orientierung verlieren.


Auch dein Tast- und Gleichgewichtssinn ist beim Autofahren wichtig. Denn dadurch kannst du z. B. einen geplatzten Reifen bemerken, du spürst wenn dein Auto über unebenen Untergrund fährt, du bemerkst die Fliehkraft in Kurven und spürst die Beschleunigung. Dadurch nimmst du die Straße noch direkter wahr.

Wann stößt deine Sinneswahrnehmung an ihre Grenzen?

Die meisten Ereignisse nimmst du mit mehreren Sinnen gleichzeitig wahr. Wenn du mit hoher Geschwindigkeit fährst, merkst du das z. B. durch das schnelle Vorbeiziehen des Fahrbahnrandes, die lauten Fahrgeräusche und du fühlst auch, beispielsweise an der Vibration des Autos, dass du dich schnell bewegst. Solche Sinneswahrnehmungen sind zwar eine gute Grundlage, du solltest jedoch bedenken, dass man vor allem in modernen Autos Geschwindigkeiten leicht unterschätzen kann. Durch die stark gedämpften Fahrgeräusche, kaum vorhandene Vibrationen und minimale Lenkrad- und Bremspedalkräfte schätzt du Geschwindigkeiten und die damit einhergehende Gefahr, schnell falsch ein.

Fahruntüchtigkeit aufgrund von Krankheiten und Gebrechen

Deine gesundheitliche Verfassung hat wesentliche Auswirkungen auf deine Fahrtüchtigkeit. Zum einen können chronische Erkrankungen wie z. B. Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Epilepsie oder schwere Diabetes dich generell oder eingeschränkt fahruntauglich machen. Zum anderen können auch kurzzeitig auftretende Krankheiten wie Migräne, grippale Infekte, starke Schmerzen, Magen-/Darmprobleme etc. dich in deiner Fahrtüchtigkeit einschränken. Auch bei Beschwerden, die dich in deiner Beweglichkeit beeinflussen wie z. B. einem verstauchten Handgelenk oder einem gebrochenen Bein, solltest du dich nicht hinters Steuer setzen.


Aber nicht jedes Handicap führt zur Fahruntüchtigkeit. Gerade dauerhafte körperliche Einschränkungen lassen sich häufig durch Einbauten oder Zusatzeinrichtungen am Fahrzeug ausgleichen. Beispiele hierfür sind ein Drehknopf am Lenkrad oder ein Umbau auf Handgas und -bremse. Welche Einbauten und Zusatzeinrichtungen erforderlich sind, um trotz körperlichen Einschränkungen eine Fahrtüchtigkeit herzustellen, wird von der Straßenverkehrsbehörde für jeden Einzelfall gesondert vorgeschrieben.


Welche Anzeichen warnen während der Fahrt vor aufkommender Müdigkeit?
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Autofahren erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Konzentration. Doch aufgrund der vielen Eindrücke, die du während einer Fahrt verarbeiten musst, kannst du schnell unaufmerksamer und unkonzentrierter werden. Da das sehr gefährlich werden kann, ist es wichtig, dass du auf folgende Alarmsignale für Müdigkeit achtest:


  • Du erschreckst dich plötzlich ohne triftigen Grund.
  • Du zeigst verzögerte Reaktionen.
  • Deine Wahrnehmung ist eingeschränkt.
  • Du erinnerst dich nicht mehr, was die letzten Kilometer war (deine Aufmerksamkeit lässt also nach).
  • Du fährst an einer Kreuzung geradeaus, auch wenn du eigentlich weißt, dass du hättest abbiegen müssen.
  • Dir fällt es schwer, die Spur zu halten.
  • Du gähnst häufig.
  • Deine Augen brennen und deine Augenlider werden schwer.
  • Du frierst.

Wenn du diese Signale bemerkst, ist deine Fahrtüchtigkeit gestört und es droht gefährlicher Sekundenschlaf. Befolge daher unsere Tipps gegen Müdigkeit:


  • Halte sobald wie möglich an.
  • Steige aus und bewege dich an der frischen Luft.
  • Fahre erst weiter, wenn du keine Alarmsignale mehr an dir wahrnimmst.


Tipp:

Mache beim Autofahren ausreichend Pausen, damit deine Konzentration gar nicht erst so stark nachlässt, dass Alarmsignale auftreten, und setze dich, wenn du müde bist, am besten gar nicht erst hinters Lenkrad.



Warum ist Ablenkung beim Fahren so gefährlich?

Für viele erfahrene Autofahrer ist es selbstverständlich, dass sie während der Fahrt noch andere Dinge machen, wie z. B. das Radio einstellen, sich mit dem Beifahrer unterhalten oder nach der Wasserflasche greifen. Doch auch für routinierte Autofahrer steigt die Unfallgefahr wesentlich, wenn sie sich während der Fahrt mit solchen Ablenkungen beschäftigen. Damit deine Aufmerksamkeit und Konzentration nicht von der Straße abgelenkt wird, solltest du während der Fahrt folgende Tipps befolgen:


  • Bereits vor dem Losfahren solltest du deinen Sicherheitsgurt anlegen und die Spiegel einstellen.
  • Vermeide es, während du fährst, emotionale Diskussionen zu führen und versuche, keine starken Gefühle aufkommen zu lassen.
  • Verzichte darauf, dir während der Fahrt eine Zigarette anzuzünden.
  • Radio und Navigationssystem solltest du nicht beim Fahren bedienen.
  • Auch Landkarten werden besser schon vor der Fahrt studiert, mache nötigenfalls eine Pause.
  • Versuche, quengelnde Kinder zu beruhigen.
  • Auch auf spannende Hörbücher oder Radiosendungen solltest du während der Fahrt verzichten

Wichtig:

Eine häufige Unfallursache ist auch das Telefonieren oder Nachrichten schreiben während der Fahrt. Das Gesetz untersagt die Benutzung eines Mobil- oder Autotelefons im Fahrzeug, wenn der Fahrer das Telefon bzw. den Hörer des Autotelefons dafür aufnehmen oder halten muss. Du darfst dein Handy daher nur benutzen, wenn dein Fahrzeug steht und der Motor ausgeschaltet ist.


Wie sollte der ideale Autofahrer sein?

Wie du fährst, hängt nicht nur von deinen Fähigkeiten, sondern auch von deinem Charakter bzw. deinem Selbstbild ab. Lass dich von anderen nicht verunsichern, und fahre nicht riskanter, weil du glaubst, dadurch besser dazustehen. Der ideale Autofahrer sollte sich partnerschaftlichdefensivgelassen und umweltfreundlich verhalten.

 


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