Fahrzeugzulassung und Fahrzeugpapiere

Alles was du über deine Fahrzeugzulassung und die Fahrzeugpapiere wissen musst!


Fahrzeugzulassung und Fahrzeugpapiere

Damit ein Kraftfahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden darf, benötigt es eine Kfz-Zulassung. Hierfür benötigst du den Fahrzeugbrief und eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung. Der Fahrzeugbrief wird bei der Erstzulassung ausgestellt. Damit die Zulassung nicht erlischt, musst du termingerecht an den vorgeschriebenen Hauptuntersuchungen teilnehmen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Sind diese Grundbedingungen erfüllt, darf das Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden. Du als Fahrer benötigst jedoch zusätzlich eine Fahrerlaubnis, um ein Kraftfahrzeug führen zu dürfen.



Welche Fahrzeuge sind zulassungspflichtig?


Kraftfahrzeuge und Anhänger müssen für die Benutzung im öffentlichen Straßenverkehr von der Verwaltungsbehörde zugelassen sein. Eine Kfz-Zulassung kann nur dann erfolgen, wenn für das Fahrzeug eine Betriebserlaubnis oder eine EG-Typgenehmigung vorhanden ist. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass das Fahrzeug bzw. der Anhänger den deutschen Verkehrsvorschriften entspricht. Ausgenommen von der Zulassungspflicht sind z.B. Elektrofahrräder, Mofas, Mopeds, Klein- und Leichtkrafträder, vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge (bis 45 km/h), selbstfahrende Arbeitsmaschinen, “6-km/h-Kfz”, Krankenfahrstühle, “25 km/h-Anhänger” für Land- und Forstwirtschaft sowie Sportanhänger.


Welche Unterlagen für die Kfz-Zulassung benötigst du?

Um für ein Kraftfahrzeug eine Zulassung zu bekommen, musst du zur Zulassungsstelle. Du benötigst folgende Unterlagen für die Kfz-Zulassung:


  • Zulassungsbescheinigung Teil I (nicht bei Erstzulassung)
  • Zulassungsbescheinigung Teil II
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Einzugsermächtigung zur Entrichtung der Kfz-Steuer
  • Versicherungsbestätigung (auch als elektronische Versicherungsbestätigung “EVB”)
  • Prüfbericht über Haupt- und Abgasuntersuchung (nicht bei Erstzulassung)
  • Kennzeichen (falls vorhanden)


Welche Änderungen sind meldepflichtig?

Wer sein Fahrzeug verkauft, händigt dem Käufer (gegen Quittung) den Fahrzeugbrief und den Fahrzeugschein aus und teilt der Zulassungsbehörde den Namen und die Anschrift des neuen Besitzers mit. Fahrzeugkäufer müssen bei der Zulassungsbehörde unverzüglich eine Versicherungsbestätigung vorlegen und das Fahrzeug umschreiben lassen.

Auch wer in einen anderen Zulassungsbereich umzieht oder sein Fahrzeug für länger als 3 Monate dahin verlegt, muss sein Fahrzeug ummelden. Darüber hinaus sind die Stilllegung eines Fahrzeuges für mehr als ein Jahr, Änderungen des Namens oder der Anschrift der Halters sowie einige technische Änderungen am Fahrzeug (z.B. anderer Motor, Anhängerkupplung etc.) meldepflichtig.


Wann erlischt die Zulassung eines Fahrzeugs?

Wenn ein Fahrzeug außer Betrieb gesetzt wird, keine Haftpflichtversicherung mehr besteht oder die Betriebserlaubnis erlischt, gilt das Fahrzeug nicht mehr als zugelassen. Zu einem Erlöschen der Betriebserlaubnis kommt es dann, wenn wichtige Bauteile des Fahrzeugs verändert werden. Das ist vor allem der Fall, wenn:


  • die Fahrzeugart verändert wird.
  • eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer zu erwarten ist.
  • sich das Abgas- und Geräuschverhalten verschlechtert.

Wenn du an deinem Fahrzeug technische Änderungen vornimmst, solltest du diese daher unverzüglich von einer technischen Prüfungsstelle begutachen und abnehmen lassen. Ohne diese Abnahme gilt das Fahrzeug als nicht zugelassen. Dann erlischt der Versicherungsschutz und du riskierst ein Bußgeld sowie Punkte im Fahreignungsregister.


Was musst du über die Zulassungsbescheinigung deines Fahrzeugs wissen?

Die Zulassungsbescheinigung eines Kraftfahrzeugs besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist der sogenannte Fahrzeugschein und der zweite Teil ist der Fahrzeugbrief. Der Fahrzeugbrief wird für alle zulassungspflichtigen Kraftfahrzeuge ausgestellt und gilt als Nachweis zur Betriebserlaubnis. Er ist erforderlich, um eine Kfz-Zulassung zu erhalten oder das Fahrzeug außer Betrieb setzen zu lassen. Du erhälst sie beim Kauf entweder vom Händler oder vom Vorbesitzer. Der Fahrzeugbrief ist zeitgleich auch die “Besitzurkunde”. Er muss beim Fahren nicht mitgeführt werden und sollte an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Darin sind folgende Daten enthalten:


  • Technische Daten wie Hubraum, Motorleistung, Abmessungen, Gewicht, Anzahl der Achsen und Sitzplätze sowie technische Veränderungen am Fahrzeug.
  • Name des Halters und ggf. des Vorbesitzers.
  • Angaben über eventuelle Außerbetriebsetzungen und Wiederzulassungen.

Der Fahrzeugschein wird von der Zulassungsstelle ausgestellt. Inhaltlich ist er mit dem Fahrzeugbrief nahezu identisch, enthält jedoch zusätzlich den Fälligkeitstermin der nächsten Hauptuntersuchung. Den Fahrzeugschein musst du während der Fahrt immer dabei haben und ihn zuständigen Personen auf Verlangen vorzeigen.


Welche Kfz-Kennzeichen gibt es?

Jedes zugelassene Fahrzeug erhält ein amtliches Kennzeichen. Dadurch können Fahrzeuge im Straßenverkehr eindeutig identifiziert werden. Die auf dem Kfz-Kennzeichen abgebildete “Nummer” wird durch die jeweilige Zulassungsstelle vergeben. Form und Gestaltung der Schilder sind verbindlich vorgeschrieben, daher darf nichts daran verändert werden. Darüber hinaus müssen die Kennzeichen von Fahrzeugen, die sich im öffentlichen Straßenverkehr befinden, immer gut lesbar sowie sauber und an den vorgesehenen Stellen befestigt sein. Das hintere Kennzeichen muss außerdem bei Dunkelheit beleuchtet sein.


Auf allen amtlichen Kennzeichen befindet sich ein Dienststempel, der die gültige Zulassung bestätigt. Die hinteren Kennzeichen haben zusätzlich eine HU-Plakette, die den Termin der nächsten Hauptuntersuchung angibt. Zulassungsfreie Anhänger müssen übrigens das gleiche Kfz-Kennzeichen tragen, wie das ziehende Kraftfahrzeug.


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Euro-Kennzeichen

Die meisten Fahrzeuge in Deutschland fahren mit diesen Eurokennzeichen. Sie wurden in den 90er-Jahren in der Europäischen Union eingeführt. Am linken Rand befindet sich ein blaues Band mit den 12 gelben Sternen der europäischen Flagge und darunter dem Ländercode. In Deutschland geben die Zeichen vor den Plaketten die Region an. Die Zeichen danach sind frei wählbar.


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Wechselkennzeichen

Seit 2012 gibt es sogenannte Wechselkennzeichen. Damit kann ein Halter zwei Fahrzeuge der gleichen EU-Fahrzeugklasse mit demselben Kennzeichen zulassen. Der kleinere, rechte Teil bleibt fest am Fahrzeug, während der große Teil wechselt, je nachdem welches Fahrzeug benutzt wird. Das Fahrzeug was gerade “ohne” Kennzeichen ist, darf nicht im öffentlichen Straßenverkehr abgestellt werden.


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Saisonkennzeichen

Wenn du dein Fahrzeug nicht das ganze Jahr über betreiben möchtest, kannst du ein Saisonkennzeichen beantragen. Du kannst selbst entscheiden, für welchen Zeitraum das Kennzeichen gültig sein soll. Ein Saisonkennzeichen muss jedoch mindestens 2 Monate und kann höchstens 11 Monate im Jahr gültig sein. Die Gültigkeit beginnt am ersten Tag des oberen angegebenen Monats und endet am letzten Tag des unteren angegebenen Monats. Durch ein solches Kennzeichen spart man sich die jährliche An- und Abmeldung sowie die dadurch entstehenden Kosten.



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Kennzeichen Elektroauto

Halter von Elektroautos können ein solches E-Kennzeichen beantragen. Die einzelnen Kommunen entscheiden, ob sie Fahrzeugen mit solchen Kfz-Kennzeichen besondere Vorrechte, wie z. B. gratis parken oder das Benutzen der Busspur, gewähren.


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Historische Kennzeichen

Fahrzeuge, deren Erstzulassung 30 Jahre oder länger zurückliegt, können per Gutachten zum Oldtimer erklärt werden. Für diese kann dann ein historisches Kennzeichen beantragt werden. Dadurch erhält der Halter steuerliche und versicherungsrechtliche Vergünstigungen und benötigt keine Feinstaubplakette.


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Grünes Kennzeichen

Wenn ein Fahrzeug von der Kfz-Steuer befreit ist, erhält es ein grünes Kennzeichen. Beispiele hierfür sind landwirtschaftliche Fahrzeuge sowie Arbeitsmaschinen.


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Rote Kennzeichen

Kfz-Betriebe verwenden rote Kennzeichen, um Fahrzeuge, die noch nicht zugelassen wurden, zu bewegen. Diese Art von Kennzeichen ist nur für Prüfungs-, Überführungs- und Probefahrten gestattet.


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Kurzzeitkennzeichen

Wer in Deutschland mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug eine Probe- oder Überführungsfahrt machen möchte, kann ein Kurzzeitkennzeichen beantragen. Ein solches Kfz-Kennzeichen verliert mit Ablauf des im gelben Feld angegebenen Datums automatisch seine Gültigkeit.


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Ausfuhrkennzeichen

Fahrzeuge, die nicht mehr zugelassen sind, dürfen mit einem solchen Kfz-Kennzeichen durch eigene Triebkraft ins Ausland ausgeführt werden. Auch Ausfuhrkennzeichen verlieren mit Ablauf des auf dem Schild angegebenen Datums ihre Gültigkeit.



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Motorradkennzeichen

Motorradkennzeichen sind zweizeilige Nummernschilder, die in 2 verschiedenen Größen ausgegeben werden. Gerade Motorradkennzeichen sind häufig Saisonkennzeichen, da sich im Winter für viele Halter die Zulassung nicht lohnt.


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Versicherungskennzeichen

Fahrzeuge, die zulassungsfrei sind, benötigen kein amtliches Kennzeichen. Einige Fahrzeuge, wie z. B. Kleinkrafträder, Leichtkraftfahrzeuge, Mofas, Krankenfahrstühle und Segways, sind jedoch trotzdem versicherungspflichtig. Daher benötigen sie ein Versicherungskennzeichen. Diese sind jeweils vom 1. März an für ein Jahr gültig.


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