Bahnübergang

Alles was du über korrektes Verhalten an einem Bahnübergang wissen musst!



 


Bahnübergänge

Fehlverhalten an Bahnübergängen kann schnell gefährlich werden, daher ist es wichtig, dass du genau weißt, wie du dich an Bahnübergängen zu verhalten hast. Lerne mehr über die Bedeutung der Schilder, die an Bahnübergängen aufgestellt werden und wann du vor einem Übergang warten musst. Aber auch normale Straßenkreuzungen können zur Herausforderung werden. Um sie sicherer zu gestalten, werden häufig sogenannte Wechsellichtzeichen aufgestellt. Erfahre mehr über Ampeln und ihre Besonderheiten! 


Gefahrenstelle Bahnübergang: Welches Schild hat welche Bedeutung?

Bahnübergänge sind Verkehrskreuzungen mit besonders großem Gefahrenpotenzial. Zwar sind Unfälle hier statistisch gesehen selten, wenn etwas passiert, sind die Folgen jedoch meist fatal. Aufgrund ihrer großen Masse (ca. 1000 Tonnen bei einem Nahverkehrszug) und den hohen Geschwindigkeiten haben Schienenfahrzeuge einen Bremsweg von bis zu 1000 Metern. Wenn ein Zugführer ein Hindernis auf den Schienen erkennt, kann er den Zug daher meist trotz Notbremsung nicht rechtzeitig zum Stehen bringen. Deshalb müssen Bahnübergänge besonders gut gesichert und angekündigt werden.

Bisher wurde bei der Kennzeichnung von Bahnübergängen zwischen einem beschrankten und einem unbeschrankten Bahnübergang unterschieden:


bahnuebergang_mit_schranken_oder_halbschranken.png


Dieses Schild wies auf einen Bahnübergang mit Schranken oder Halbschranken hin.

Verkehrszeichen-Bahnübergang.jpg

Ein unbeschrankter Bahnübergang wurde mit diesem Schild markiert.

Bis zum Jahr 2022 soll das Schild “beschrankter Bahnübergang” abgeschafft werden. Stattdessen wird das Zeichen “unbeschrankter Bahnübergang” in “Bahnübergang” umbenannt und markiert künftig jeden Bahnübergang, egal, ob mit oder ohne Schranken.


Zusätzlich dazu werden Bahnübergänge mit Baken rechts und links am Fahrbahnrand angekündigt. Sie markieren die Entfernung bis zum Übergang.

verkehrszeichen-dreistreifige_bake_bahnuebergang.pngzweistreifige_bake_bahnuebergang.pngverkehrszeichen-einstreifige_bake_bahnuebergang.png

Die Anzahl der Streifen auf den Baken symbolisiert die Entfernung. Dabei stehen – sofern nicht durch ein Zusatzschild anders angegeben – 3 Streifen für 240 Meter, 2 Streifen für 160 Meter und 1 Streifen für 80 Meter Entfernung bis zum Bahnübergang. Im Bereich der Baken und des Bahnübergangs darfst du nicht überholen.


Was signalisiert das Andreaskreuz?

Unmittelbar vor den Schienen befindet sich häufig ein sogenanntes Andreaskreuz. Es signalisiert dir, dass du dem Schienenverkehr Vorrang gewähren musst. Bei einem Andreaskreuz mit Blitz befinden sich über dem Bahnübergang, auf einer Höhe von 4,80 Metern, eine Oberleitung. Land- oder forstwirtschaftliche Fahrzeuge ohne Höhenbeschränkung müssen dort daher besonders vorsichtig sein.


Verkehrszeichen-Andreaskreuz.jpg

verkehrszeichen-andreaskreuz_mit_blitz.png


Du musst vor dem Andreaskreuz warten, wenn:

  • sich ein Schienenfahrzeug nähert
  • rotes Blinklicht oder gelbe und rote Lichtzeichen leuchten (auch dann, wenn die Schranke noch offen ist)
  • die Schranken sich senken oder geschlossen sind
  • du ein Warnsignal (Pfeifen) hörst
  • ein Bediensteter der Bahn mit einer roten Leuchte oder einer weiß-rot-weißen Fahne Halt gebietet
  • du den Bahnübergang wegen stockendem Verkehr nicht umgehend wieder verlassen könntest

Darf man vor einem Andreaskreuz parken oder halten?

Verkehrsregelungen-Bahnuebergange-Andreaskreuz-Abstand-innerorts.png


Damit ein Bahnübergang von jedem Verkehrsteilnehmer rechtzeitig erkannt wird, darfst du bis zu 10 Meter vor einem Andreaskreuz nicht halten, wenn du es dabei durch dein Fahrzeug verdecken würdest. Vor und hinter einem Andreaskreuz gilt innerorts bis zu 5 Meter ein Parkverbot. Für das Parken außerorts gilt beim Andreaskreuz sogar ein Mindestabstand von 50 Metern.


Was musst du beim Annähern an einen Bahnübergang beachten?

An einen Bahnübergang solltest du immer nur mit mäßiger Geschwindigkeit heranfahren. Wenn keine Verkehrszeichen ein Tempolimit vorgeben, solltest du deine Geschwindigkeit an deine Sicht auf den Bahnübergang anpassen. Je schlechter du überblicken kannst, ob sich ein Schienenfahrzeug nähert, desto langsamer solltest du fahren. Beobachte die Gleisanlage mit vielen kurzen Blicken, um ein herannahendes Schienenfahrzeug möglichst frühzeitig zu erkennen. Verlasse dich nicht darauf, dass Warnsysteme wie Lichtzeichen, Schranken oder Pfeifsignale ordnungsgemäß funktionieren. Technisches oder menschliches Versagen ist immer möglich!


Auch wenn an einem Bahnübergang kein Andreaskreuz aufgestellt ist, kann es sein, dass der Schienenverkehr Vorrang hat. Das ist dann der Fall, wenn der Bahnübergang einen Fuß-, Feld-, Rad-, oder Waldweg kreuzt. In Hafen- und Industriegebieten kann am Eingang ein Andreaskreuz mit dem Zusatz “Hafengebiet, Schienenfahrzeuge haben Vorrang” oder “Industriegebiet, Schienenfahrzeuge haben Vorrang” aufgestellt werden. Dann hat der Schienenverkehr in dem gesamten Gebiet Vorrang.


Wie musst du dich beim Warten vor einem Bahnübergang verhalten?

Wenn du vor einem Bahnübergang warten musst, schaltest du deinen Motor ab. Achte darauf, dass Seitenstraßen frei bleiben, sodass Fahrzeuge ein- und ausfahren können. Damit du niemanden blendest, schaltest du dein Fernlicht aus, nötigenfalls solltest du sogar auf Standlicht zurückschalten. Du darfst erst dann weiterfahren, wenn:

  • die Lichtzeichen erloschen sind
  • der Bahnbedienstete den Übergang frei gibt
  • die Schranken geöffnet sind
  • du den Bahnübergang zügig überqueren kannst

Wichtig:

Halbschranken verleiten manche dazu, die ungesperrte linke Seite zu nutzen, um den Bahnübergang trotz geschlossener Schranken zu überqueren. Dies solltest du in keinem Fall tun! Der Zug kann jederzeit kommen.


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