MOTORRAD FÜHRERSCHEIN

Zwei Räder, vier Führerscheinarten

Das solltest du unbedingt wissen:

 


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Für Motorräder gibt es insgesamt vier Führerscheinklassen.

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Für die Klasse A1 beträgt das Mindestalter nur 16 Jahre.

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Bei der Klasse A, die für alle Motorräder gilt, ist das Mindestalter 24 Jahre.

 


Wer sich auf ein motorisiertes Zweirad schwingen will, hat seit dem Jahr 2013 gute Karten, denn der Motorradführerschein wurde komplett überholt. Inzwischen gibt es nämlich insgesamt vier Führerscheinarten, welche den Führerschein fürs Motorrad sicherer und gleichzeitig zugänglicher gestalten sollen.

Den Anfang macht der klassische Führerschein Klasse A, welcher zum Führen jeder Art von motorisierten Zweirädern berechtigt, und zwar völlig ohne Leistungsbegrenzung – möchte man einen Beiwagen anhängen, kann das mit dem Motorradführerschein der Klasse A ebenfalls problemlos bewerkstelligen. Wer den Führerschein A direkt erwerben möchte, muss allerdings zwingend sein 24. Lebensjahr vollendet haben.

Im Normalfall wird ein interessierter Jugendlicher mit dem Motorradführerschein der Klasse A1 beginnen, welcher bereits ab dem 16. Lebensjahr erworben werden kann. In diesem Fall dürfen immerhin Kleinkrafträder mit maximal 125 ccm Hubraum und einer Nennleistung von 11 kW gefahren werden. Darunter fallen auch Motorroller aller Art – übrigens ebenfalls mit Beiwagen. Der Motorradführerschein der Klasse A1 ist vor allem deshalb interessant, weil die Koordination und die Routine, die für ein unfallfreies Motorradfahren nötig sind, auf diese Weise schon früh geübt werden können.

Ob Roller oder Trike: Der Motorradführerschein hält für jeden etwas bereit

Mindestens sein 18. Lebensjahr muss der Fahrer vollendet haben, wenn er den Führerschein der Klasse A2 erwerben möchte. Mit diesem wird die erlaubte Motorleistung auf 35 kW angehoben, während ein Verhältnis von Leistung zu Gewicht von höchstens 0,2 kW/g einhalten werden muss. Das alles dient vor allem der Sicherheit des Fahrers, denn zu viel Kraft auf zu wenig Gewicht macht ein Motorrad schwer kontrollierbar. Besitzt der Fahrer bereits den Motorradführerschein der Klasse A1, muss er nur eine praktische Prüfung ablegen, um in die nächste Klasse aufzusteigen.

Die vierte und gleichzeitg kleinste Unterart des Motorradführerscheins stellt der Führerschein der Klasse AM dar – im Volksmund auch Rollerführerschein genannt. Mit diesem darf der Fahrer Kleinkrafträder fahren, die eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h erreichen, maximal 50 ccm Hubraum und eine Nennleistung von bis zu 4 kW besitzen. Ursprünglich wurde der Führerschein der Klasse AM auf das Führen von Rollern und Mopeds ausgelegt, wer allerdings kleine Trikes oder Quads fahren möchte, darf das mit einem Führerschein der AM-Klasse ebenfalls. Mofas können hingegen mit einem speziellen Mofa-Führerschein gefahren werden, welcher bereits ab dem 15. Lebensjahr ausgestellt wird.

Übrigens: Trikes können seit 2013 ebenfalls mit den Motorradführerscheinen der Klassen A, A1 und AM geführt werden; die einzige Voraussetzung ist die Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzen in puncto Hubraum, Nennleistung und Kraftverhältnis. Wer sein Trike noch mit dem alten Pkw-Führerschein fährt, muss sich übrigens nicht sorgen: Die Fahrerlaubnis besteht in diesem Fall natürlich noch.

Welche Kosten den Fahrer beim Motorradführerschein erwarten

Generell wird der Führerschein fürs Motorrad nicht teurer ausfallen als derPkw-Führerschein. Möchte der angehende Fahrer einen Kombinationsführerschein machen, bei welchem die Klassen A und B gleichzeitig erworben werden, steigen die Kosten natürlich. Der größte Kostenpunkt beim Motorradführerschein sind, wie auch beim Pkw, die abzuleistenden Praxisstunden. Beim Motorrad kommt allerdings noch die nötige Beherrschung der Feinmotorik und des Gleichgewichts hinzu, die sich in jungen Jahren weitaus schneller entwickeln.

Wer also den Motorradführerschein in einem späteren Lebensabschnitt nachholt, sollte sich auf Mehrkosten gefasst machen – den Erhalt des Führerscheines selbst betrifft das allerdings nicht, denn mit genug Übung können auch Späteinsteiger noch problemlos den Umgang mit dem Kraftrad lernen.


Übrigens: Auch für den Motorradführerschein ist ein Sehtest vorgeschrieben. Wer mit oder ohne Brille gut sieht, muss sich keine Sorgen machen, der Test ist allerdings trotzdem zwingend nötig. Wurde innerhalb des letzten Jahres aus anderen Gründen ein Sehtest durchgeführt, kann dieser ebenfalls für den Motorradführerschein vorgelegt werden.