Führerscheinentzug

Führerscheinentzug und Fahrverbot – Hier erfährst du, was es damit auf sich hat

Führerscheinentzug – Was jetzt?


Ob Alkohol am Steuer oder eine zu hohe Punktezahl in Flensburg – für den Führerscheinentzug gibt es die verschiedensten Gründe. Vor allem wenn man beruflich auf sein Auto angewiesen ist, kann es ein großes Problem darstellen, wenn man den Führerschein abgeben muss. Daher ist es wichtig, sich frühestmöglich über Auflagen und entsprechende Möglichkeiten zu informieren, um so schnell es geht wieder mobil zu sein.



Fahrverbot oder Führerscheinentzug?


Zunächst einmal gilt es zu unterscheiden, was im Volksmund oftmals synonym verwendet wird: Führerscheinentzug und Fahrverbot bezeichnen nicht das Gleiche.
Das Fahrverbot ist zeitlich begrenzt, es kann lediglich für 1-3 Monate ausgesprochen werden. Zudem hat man bei erstmaliger Erteilung eines Fahrverbots die Möglichkeit, zum Führerschein abgeben die Frist von 4 Monaten zu beanspruchen, das Verbot tritt nicht sofort in Kraft. Möglich ist die Abgabe bei einer Behörde oder per Einschreiben. Nach Ablauf der verhängten Zeit kann man den Führerschein wieder abholen oder sich zuschicken lassen.

Im Gegensatz dazu gibt man beim Führerscheinentzug nicht nur das Dokument ab, sondern die Erlaubnis zum Führen von Kraftfahrzeugen an sich. Das bedeutet, nach Ableistung muss der Führerschein erst neu erteilt werden. Um den Zeitraum festzulegen, innerhalb dessen die Führerscheinstelle keine neue Fahrerlaubnis erteilen darf, gibt es die Sperrfrist. Sie bezeichnet die Wartefrist, an welche die Fahrerlaubnisbehörde gebunden ist. Hinzu kommen zudem oft bestimmte, kostspielige Auflagen, die vorher erfüllt werden müssen.


Wann wird der Führerschein entzogen?

Der Führerscheinentzug zählt zu den schwersten Sanktionen im Straßenverkehr und soll die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gewährleisten. Von ihm wird Gebrauch gemacht, wenn sich ein Fahrer als “ungeeignet oder nicht befähigt zum Führen von Kraftfahrzeugen” (§3, Absatz 1, StVG) erweist. Doch ab wann ist der Führerschein weg? Zu den häufigsten Gründen, weshalb die Behörden diese Maßnahme ergreifen, gehören folgende:



Führerscheinentzug: Alkohol und Drogen

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Fahren unter dem Einfluss von Alkohol zieht in den meisten Fällen “nur” ein Fahrverbot von 1-3 Monaten nach sich. Fährt man jedoch mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,1 Promille im Blut, zählt man als absolut fahruntüchtig und es droht der sofortige Entzug der Fahrerlaubnis. Auch schon ab 0,3 Promille ist ein Führerscheinentzug wegen Alkohol am Steuer möglich, wenn man dabei durch grob verkehrswidriges und rücksichtsloses Handeln den Verkehr und andere Teilnehmer gefährdet oder Wiederholungstäter ist.
Beim Thema Drogen am Steuer herrscht hingegen eine Null-Toleranz-Politik. Während für einen Führerscheinentzug bei Alkohol am Steuer klare Grenzwerte festgelegt sind, ist dies beim Thema Drogen nicht der Fall. Das Strafmaß hängt dabei von der Art der Droge und den Konsumgewohnheiten ab. Bei harten Drogen wie Kokain und Heroin reicht jedoch schon der Nachweis geringster Mengen im Körper, um einen Führerscheinentzug zu erwirken. Doch kann die Fahrerlaubnis nicht nur entzogen werden, wenn man sich im Straßenverkehr etwas zuschulden kommen lässt. Schon der bloße Drogenbesitz kann zum Entzug der Fahrerlaubnis führen, da man als potentielle Gefahr für den Straßenverkehr eingestuft wird.
Um den Führerschein wiederzuerlangen – sei es bei Alkohol- oder Drogendelikten – wird in der Regel eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet und es ist ein Abstinenznachweis zu erbringen.

Führerscheinentzug: 8 Punkte in Flensburg


Hat man 8 Punkte in Flensburg erreicht, muss man sich auf den Entzug der Fahrerlaubnis einstellen. Das passiert jedoch nicht ohne Vorwarnung: Bei 4 Punkten erhält man zunächst eine Ermahnung, bei 7 Punkten eine Verwarnung. Hat man diese nicht erhalten, kann die Fahrerlaubnis nicht entzogen werden und der Punktestand wird um einen Punkt reduziert. Doch ist es auch möglich, den Punktestand zu verringern: Bei bis zu 5 Punkten kann man durch ein kostenpflichtiges Fahreignungsseminar einen Punkt abbauen. Dieser Punkteabbau ist jedoch nur einmal in 5 Jahren möglich.

Im Gegensatz zum Führerscheinentzug wegen Alkohol darf man beim Führerscheinentzug aufgrund zu vieler Punkte noch fahrerlaubnisfreie Fahrzeuge fahren. Dazu gehören beispielsweise Stapler und selbstfahrende Arbeitsmaschinen. Auch Mofas dürfen gefahren werden, insofern dafür eine gültige Prüfbescheinigung vorliegt. Für eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis muss die Fahreignung erst wieder neu bewiesen werden. Dafür wird meist mindestens die Teilnahme an einem Fahreignungsseminar notwendig, oft auch eine MPU.

Führerscheinentzug bei Geschwindigkeitsüberschreitung

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Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen von bis zu 20 km/h droht erstmal nur ein Bußgeld. Ist man noch schneller unterwegs, muss man mit Punkten im Fahreignungsregister oder auch einem Fahrverbot rechnen. Ein Entzug des Führerscheins droht euch bei Geschwindigkeitsüberschreitung erstmal nicht, doch in den Punkten liegt auch die Gefahr: Denn ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h droht ein Eintrag – von einem Punkt – ins Fahreignungsregister, fährt man mehr als 31 km/h innerorts oder 41 km/h außerorts zu schnell, drohen sogar 2 Punkte. So sind die 8 Punkten, bei denen der Führerschein entzogen wird, schnell erreicht.

Führerscheinentzug in der Probezeit


In der Probezeit kann es deutlich leichter zu einem Verlust der Fahrerlaubnis kommen, da verschärfte Gesetze gelten und Verstöße schneller und härter geahndet werden. Es erfolgt dabei die Einteilung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten in 2 Kategorien:

Zu Kategorie A gehören schwerwiegende Verstöße wie Unfallflucht und Fahren unter Alkoholeinfluss. Zu Kategorie B hingegen zählen weniger schwerwiegende Verstöße wie Falschparken und Fahren mit abgefahrenen Reifen.

Ein A-Verstoß oder 2 B-Verstöße haben ein Aufbauseminar für Fahranfänger (ASF) und eine Verlängerung der Probezeit auf 4 Jahre zur Folge, ein B-Verstoß die Zahlung eines Bußgeldes.

Leistet sich ein Fahranfänger in der Probezeit jedoch nach dem Aufbauseminar abermals einen A-Verstoß oder 2 B-Verstöße, erhält er eine behördliche Verwarnung und es wird eine Verkehrspsychologische Beratung geraten. Hilft auch das nicht und der Fahranfänger wird abermals durch einen A-Verstoß oder 2 B-Verstöße auffällig, wird ihm schließlich die Fahrerlaubnis entzogen. Ebenfalls kann es zum Entzug der Fahrerlaubnis kommen, wenn trotz Anordnung keine Teilnahme am Aufbauseminar für Anfänger stattfindet oder keine Kursbescheinigung dessen vorgelegt wurde.

Führerscheinentzug bei Fahrerflucht


Bei Fahrerflucht handelt es sich um eines der schlimmsten Verkehrsdelikte. Wurde bei geringen Sachschäden von unter 600 Euro Fahrerflucht begangen, ist meist nur eine Geldauflage zu erwarten. Bei Sachschäden bis 1300 Euro hingegen droht eine Geldstrafe, 2 Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot. Entfernt man sich jedoch unerlaubt vom Unfallort in dem Bewusstsein, dass beim Unfall Personen zu Schaden kamen oder ein erheblicher Sachschaden von über 1300 Euro entstanden ist, hat dies den sofortigen Führerscheinentzug zur Folge.


Was passiert nach dem Führerscheinentzug?

Kam ein Bußgeldbescheid oder wurdest du mit einem behördlichen Schreiben dazu aufgefordert, deinen Führerschein abzugeben? Dann heißt es jetzt erst einmal, Ruhe zu bewahren und sich gut zu informieren:

Wie erhebt man Einspruch gegen den Führerscheinentzug?

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Innerhalb von 2 Wochen, nachdem der Bescheid mit der Ankündigung des Führerscheinentzugs kam, ist der Entzug der Fahrerlaubnis noch nicht rechtskräftig. Innerhalb dieses 14-tägigen Zeitraums hat man also das Recht, Einspruch einzulegen. Dies kann man selbst vornehmen oder aber ein Anwalt. Wann sich ein solcher Einspruch lohnt, ist vom Einzelfall abhängig und besser von einem Fachanwalt für Verkehrsrecht zu beurteilen. Ist durch den Führerscheinentzug beispielsweise die eigene Existenz oder der Arbeitsplatz gefährdet, kann in manchen Fällen vom Führerscheinverlust abgesehen werden. Ist dies der Fall, erfolgt stattdessen eine Bußgelderhöhung.

Die Sperrfrist beim Führerscheinentzug


Wurde der Führerschein wegen begangener Delikte entzogen, wird eine anschließenden Sperrfrist festgelegt. Sie bezeichnet die Wartefrist, in der es nicht möglich ist, einen neuen Führerschein zu beantragen. Die Länge dieser Frist variiert je nach Einzelfall zwischen 3 Monaten und 5 Jahren, ist im Durchschnitt jedoch zwischen 9 und 11 Monate lang. Ist diese Sperrfrist abgelaufen, kann man den Führerschein wiederbekommen, indem man einen Antrag auf Neuerteilung der Fahrberechtigung stellt.

Die Verkürzung der Sperrfrist


Eine Verkürzung der Sperrfrist ist nicht bei allen Gerichten möglich. Damit überhaupt eine Chance darauf besteht, können freiwillig Schulungsmaßnahmen wie Nachschulung oder verkehrspsychologische Beratung wahrgenommen werden. Dann muss bei Gericht ein Antrag auf Sperrfristverkürzung gestellt werden. In manchen Fällen ist dadurch eine Kürzung der Sperrfrist um 1-3 Monate möglich. Im Einzelfall kann eine Sperrfrist damit schon vor ihrem Ablauf aufgehoben werden. Wurde in den vergangenen 3 Jahren bereits eine Sperrfrist verhängt, muss die aktuelle Zwangspause mindestens 1 Jahr andauern.

Die Führerschein-Neuerteilung


Die Neuerteilung des Führerscheins erfolgt nicht automatisch, sondern muss beantragt werden. Dies sollte man frühzeitig tun, da die Bearbeitung oft einige Zeit in Anspruch nimmt – frühestens 3 Monate vor Ablauf der Sperrfrist ist die Beantragung möglich. Meist wurde die Neuerteilung des Führerscheins an bestimmte Bedingungen und Auflagen – wie eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) oder die Teilnahme an einem Aufbauseminar – geknüpft. Auch darum gilt es sich rechtzeitig zu kümmern, da Termine oft auf lange Zeit ausgebucht sind. Bei Eingang des Antrags prüft die Fahrerlaubnisbehörde, ob alle geforderten Maßnahmen erfüllt wurden. Ist dies der Fall, steht einer Wiedererteilung der Fahrerlaubnis nichts mehr im Wege. Welche Kosten dabei anfallen und welche Unterlagen man benötigt, variiert je nach Bundesland.