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Die häufigsten Irrtümer bei Verkehrsregeln

Diese Verkehrsregeln werden oft fälschlicherweise für richtig gehalten

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In den Köpfen der meisten Autofahrenden tummeln sich einige Verkehrsregeln, die sie für richtig halten, die aber laut StVO gar nicht gelten. Um kein Bußgeld oder sogar einen Unfall zu riskieren, solltest du aber unbedingt wissen, welche Regeln tatsächlich richtig sind und welche du falsch im Kopf hast.

1. Radfahrende müssen auf dem Radweg fahren

Das stimmt tatsächlich so nicht. Fahrräder gelten als Fahrzeuge und dürfen somit auch im öffentlichen Straßenverkehr auf der Straße gefahren werden. Auf dem Radweg müssen sie nur dann fahren, wenn dieser durch ein rundes, blaues Verkehrszeichen mit einem Fahrrad darauf beschildert ist. Bist du mit dem Fahrrad unterwegs, solltest du zu deiner eigenen Sicherheit aber dennoch – falls vorhanden – besser neben der Straße auf einer für den Radverkehr freigegebenen Fläche fahren. Diese und viele weitere Verkehrsregeln für Fahrradfahrende findest du auch nochmal in unserem Blogbeitrag zu diesem Thema.

Radfahrer auf Radweg

2. Rechts zu überholen ist grundsätzlich verboten 

Viele Autofahrende sind sich sicher: Überholen ist grundsätzlich nur von links erlaubt. Das stimmt aber so nicht ganz. Auf der Autobahn ist das Überholen von rechts z. B. erlaubt, wenn in einer Kolonne gefahren wird. Das heißt also, dass auf allen Fahrstreifen so dichter Verkehr ist, dass nebeneinander gefahren wird und mal auf dem einen einen und dann auf dem anderen Fahrstreifen geringfügig schneller gefahren wird. Dann darf rechts auch überholt werden, allerdings nur dann, wenn auf dem linken Fahrstreifen nicht schneller als 60 km/h gefahren wird.

Auch innerorts darf man rechts überholen, wenn es für jede Richtung mehrere Fahrstreifen gibt und das Fahrzeug nicht mehr als 3,5 Tonnen zG hat. Linksabbiegende und Schienenfahrzeuge müssen sogar rechts überholt werden.

3. Beim Reißverschlussverfahren möglichst früh einordnen 

Wenn ein Reißverschlussverfahren angeordnet wird, z. B. wegen einer Verengung der Fahrbahn durch eine Baustelle, ordnen sich viele Leute direkt ein, um möglichst schnell auf der richtigen Fahrspur zu sein. Dieses Verhalten ist aber falsch und stört außerdem den Verkehrsfluss. Richtig ist es, bis ganz zum Ende vorzufahren und sich erst kurz vor der Verengung einzuordnen. Auch wenn sich einige Verkehrsteilnehmer*innen dann aufregen und dich nur widerwillig einscheren lassen wollen, solltest du dich nicht verunsichern lassen, da du dich nach der StVO richtig verhältst und der Verkehr viel flüssiger laufen würde, wenn sich alle daran hielten.

4. Bei abknickender Vorfahrt muss man nicht blinken

Ein Irrglaube, den ganz viele Menschen für richtig halten: Wenn man der abknickenden Vorfahrtstraße folgt, muss man nicht blinken, da man die Spur ja nicht verlässt. Du kannst dir aber grundsätzlich merken: Wenn du an der Vorfahrtstraße lenken musst, also die Fahrtrichtung wechselst, zählt das als Abbiegen und du musst auch blinken. Verlässt du die abknickende Vorfahrtstraße hingegen in gerader Richtung, musst du nicht blinken. Auch das machen viele Autofahrende immer wieder falsch.

5. Wer auffährt, hat Schuld 

In den meisten Fällen stimmt es tatsächlich, dass die Schuld an einem Auffahrunfall bei der Person liegt, die aufgefahren ist. Schließlich muss man immer ausreichend Sicherheitsabstand halten, um rechtzeitig bremsen zu können. Es gibt aber auch immer wieder Fälle, in denen die Schuld unter den Unfallbeteiligten aufgeteilt wird. Das kann dann der Fall sein, wenn der oder die Vorausfahrende ohne ersichtlichen Grund eine Vollbremsung gemacht hat. Das ist z. B. so, wenn für ein Kleintier – wie Frosch oder Igel – gebremst wurde.

Foto: Verkehrsunfall – Blechschaden an 2 Pkw

6. Die Lichthupe zählt als Nötigung 

Wenn jemand, der hinter dir fährt, mehrfach aufblendet, weil du ihm vielleicht nicht schnell genug fährst, wird das schnell als Nötigung empfunden. Dabei ist es laut StVO sogar vorgesehen, dass man die Absicht zu Überholen mit Schall- oder Lichtzeichen deutlich macht. Es wäre also sogar erlaubt, vor dem Überholen zu hupen. Ist es jedoch nicht möglich, zu überholen und die Lichthupe wird nur eingesetzt, um dich zum schneller fahren zu bewegen, kann sie unter Umständen schon als Nötigung gelten. Das hängt immer vom Einzelfall ab.

7. Passanten dürfen einen Parkplatz freihalten 

Gerne stellt man sich zu Fuß in eine Parklücke, um diese z. B. für den/die Partner*in im Auto kurz freizuhalten. Das ist ganz eindeutig nicht erlaubt. Parkplätze sind für Autos da und dürfen von Fußgängern nicht blockiert werden. Es ist sogar erlaubt, mit dem Auto langsam auf die Person zuzufahren, um sie zum Weggehen zu bewegen. Dabei musst du natürlich sehr vorsichtig sein und darfst die Person auf keinen Fall verletzen. Sollte sich jemand weigern oder sich sogar gegen das Auto stemmen, kann das als Nötigung angezeigt werden.

Voller Parkplatz mit einer freien Parktasche

Die meisten Autofahrenden gehen davon aus, dass auf Parkplätzen grundsätzlich die allgemeine Regel rechts vor links gilt. Auch das ist jedoch falsch. Da ein Parkplatz nicht als Teil der Straße gilt, muss hier auch nicht die StVO eingehalten werden. Die oberste Regel ist die der gegenseitigen Rücksichtnahme. Man sollte sich immer mit anderen Fahrzeugführenden verständigen und rücksichtsvoll fahren. Die genauen Regeln auf dem Parkplatz findest du auch nochmal in unserem Blogbeitrag dazu.

9. Bei roter Ampel darf ich das Handy in die Hand nehmen 

Handy im Auto

Wenn ich an der Ampel stehe, darf ich doch kurz mein Handy in die Hand nehmen. Nicht ganz! Das ist nur erlaubt, wenn der Motor ganz ausgeschaltet ist. Bei laufendem Motor darfst du dein Smartphone oder Handy auch im Stand nicht benutzen, außer natürlich über eine Freisprechanlage.